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View Full Version : Technik - Schweden auf dem Vormarsch (Wind Technologie)



MaX PoWeR
09.02.2006, 18:00
Habe grade einen Artikel auf spiegel.de gelesen, der macht mir die Skandinavier noch sympatischer:

RADIKALER PLAN

Schweden will sich bis 2020 vom Öl befreien

Schweden will als erstes industrialisiertes Land seine Energieversorgung komplett vom Öl unabhängig machen. Schon im Jahr 2020 will die Regierung in Stockholm das ehrgeizige Ziel erreichen - ohne neue Atomkraftwerke zu bauen.




Erst vergangene Woche hat US-Präsident George W. Bush mit der Feststellung für Schlagzeilen gesorgt, die USA seien "süchtig nach Öl" und müssten ihre Abhängigkeit von Ölimporten aus dem Nahen Osten verringern. Insgesamt ging es da aber nur um eine Reduzierung der gesamten US-Öleinfuhr um etwa 15 Prozent, und diese Lücke will Bush mit einem Ausbau der Kernkraft stopfen.

http://www.spiegel.de/img/0,1020,577407,00.jpg
Windräder in Schweden: Befreiung aus der Öl-Abhängigkeit geplant


Schweden plant bei weitem Radikaleres: Das Land will das Öl vollständig aus seiner Wirtschaft verbannen - und zwar binnen 14 Jahren und ohne zusätzliche Atomkraftwerke. Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtet, wird ein Komitee aus Vertretern der Energie- und Autoindustrie sowie der öffentlichen Verwaltung, Wissenschaftlern und Landwirten in einigen Monaten dem schwedischen Parlament einen Bericht vorlegen.

Das Ziel ist nach Angaben der Regierung in Stockholm, alle fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen, ehe der Klimawandel verheerende wirtschaftliche Konsequenzen habe und der zunehmende Mangel an Öl die Preise in schwindelerregende Höhen treibe.

"Unsere Abhängigkeit vom Öl sollte bis 2020 gebrochen sein", sagte Mona Sahlin vom Ministerium für nachhaltige Entwicklung dem "Guardian". "Kein Haus sollte dann noch mit Öl geheizt werden und kein Autofahrer ausschließlich Benzin tanken müssen."

Die Abhängigkeit vom Öl sei eines der größten zukünftigen Probleme der Welt. "Ein von fossilen Brennstoffen freies Schweden würde uns enorme Vorteile bringen, nicht zuletzt weil es die Auswirkungen der Ölpreis-Schwankungen dämpfen würde." Seit 1996 habe sich der Weltmarktpreis für Öl verdreifacht.

Die Zeitung zitiert einen Regierungsbeamten mit der Aussage, man wolle "sowohl mental als auch technisch auf eine Welt ohne Öl vorbereitet" sein. Der Plan sei eine Reaktion auf den Klimawandel, die steigenden Rohölpreise und die Warnungen, dass die Ölreserven der Erde schon bald erschöpft sein könnten.

In Schweden hätte ein Ausstieg aus der Ölwirtschaft für den Verkehrssektor die größten Folgen, denn in dem Land werden fossile Brennstoffe vor allem in Transportmitteln eingesetzt. Seine Elektrizität produziert Schweden hauptsächlich mit Atom- und Wasserkraftwerken. Öl macht insgesamt rund 34 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs des Neun-Millionen-Volks aus. 1970 waren es noch 77 Prozent.

Nach Informationen des "Guardian" erwartet das schwedische Energieministerium, dass das Öl-Komitee die verstärkte Produktion von Bio-Kraftstoffen mit Hilfe der riesigen Wald- und Landwirtschaftsflächen des Landes empfehlen wird. Auch die Nutzung von Wind- und Wasserkraft könne noch ausgebaut werden.


Das finde ich mal richtig geil, ich hoffe sie haben damit Erfolg und andere Länder ziehen nach/mit. Das Schweden allerdings nur 9 Mio Einwohner hat, hat mich dann doch etwas überascht, hätte mit einigen mehr gerechnet.

Voodoo
09.02.2006, 19:17
ja, das finde ich auch mal so richtig klasse!!! :applaus: :top: Wie du schon sagtest hoffe ich auch, dass viele nachziehen. Allerdings hoffe ich aber auch, dass es nicht nur durch millionen Windräder realisiert wird. Denn das ist für ein ökosystem nicht gerade pralle, selbst wenn es im Meer ist.

Hades
09.02.2006, 20:53
Windräder sind auch nicht effizient und auch nicht "stabil" genug für eine Konsequente Energieversorgung, denn bei Windstille ist man nunmal aufgeschmissen.

Ich weiss nur nicht ob das so ganz klappt von fossilen Brennstoffen wegzukommen, denn es müssten alle Fahrzeuge auf Diesel umgestellt werden, weil man den aus pflanzlichen Rohstoffen gewinnen kann, Benzin nicht.
Und auch Sache mit den Landwirtschaftlichen Flächen hat den Nachteil, dass es mit der Wiederaufforstung und Regenerationszeit der Pflanzen überbrückt werden muss.

Aber da werden sich wohl genug schlaue Leute den Kopf drüber zerbrechen.

rieke
09.02.2006, 22:15
agrre @ hades

Wenn sie das alles unter einen Hut bringen: Hut ab :D

MaX PoWeR
09.02.2006, 22:47
Also viele Windräder und zusätzlich ein starker Ausbau von Solarzellen auf Dächern ect. sollte für die Energiegewinnung reichen, und bei den Autos würde ich mir da auch nicht zuviele Gedanken machen, da kommt sowieso irgendwann die Brennstoffzelle und gut ist :)
Ob das fürs Ökosystem "pralle" ist, sei dahingestellt, Atomenergie ist halt schön sauber, aber nur solange nix passiert, Tschernobyl hat dem dortigen Ökosystem sicher auch nicht gut getan :heilig:
Vom Entsorgungsproblem mal ganz abgesehen :rolleyes:

Klabauter
10.02.2006, 10:54
Aus welchem Grund sind Windräder im Meer nicht "pralle" ?

Ich vermute mal, dass es, wenn man nur weit genug draußen ist, keine Vögel, oder vernachlässigbar viele Vögel gibt, die da rein geraten könnten.
Dass sich die Fische die Köppe an den Säulen anschlagen... halte ich auch für unwahrscheinlich. Giftstoffe laufen da auch keine aus.

Gibts da irgendwo eine fundierte Studie?

Das Meer voll Windräder, die Sahara voll Sonnenkollektoren... ich find die Idee gut.

rieke
10.02.2006, 12:37
Es wird auf jeden Fall eine ökologische Einschränkung geben. Denn ich glaube nicht, dass sie die Windräder vereinzelt aufstellen werden. Sobald die nahe beieinanderstehen wird sich ein neues Ökosystem bilden. Pflanzen wachsen vermehrt, der Raum ist total verändert. Es ist kein freiher Meerraum, sondern eher eine Art Riff bzw. eine Niesche in der sich Fische verstecken können. Inwieweit sich das auf das vorher dagewesene Zusammenleben und VErhalten der Meerestiere auswirkt ka.
Die Kollektoren in der Sahara fand ich anfangs auch gaanz toll. Seitdem ich wusste man kann indem man große Teile der Wüste mit Kollektoren ausstatten einen Großteil des Strombedarfs decken.
Nun hab ich mir mal ausgemalt was alles passiert wenn dort flächendeckend über sagen wir mal 3x3km Solarzellen stehen. Es wird wieder einmal ein seehr großer Einschnitt in das Ökosystem sein. Ja in der Wüste leben Tiere, sehr viele sogar und sie haben sich perfekt angepasst. Man kann nicht beurteilen inwieweit diese extrem auf die Wüste angepassten Lebewesen auf den Einschnitt reagieren würden.
Kurz: Meiner Meinung nach ist jeder Eingriff in ein ausgewogenes Ökosystem ein Risiko.
Aber das interessiert ja sowieso kein Mensch, wenns um Geld geht, dann wird alles gemacht.

Klabauter
10.02.2006, 13:04
Unter diesem Gesichtspunkt sind Städte und Dörfer ja wohl der größte Einschnitt in das Ökosystem.
Dass dort, wo man irgendwas hinbaut (ebal ob ein Haus oder ein Windrad) nicht mehr die Höhle eines Tieres sein kann ist ja wohl logisch.
Ich kann wie gesagt gelten lassen, dass z.B. Vogelbestände gefärdet sind, weil die eben auf großen Flächen unterwegs sind und deshalb auch Vögel in weitem Umkreis um ein Windrad gefärdet sind.

Der Bau eines Windrades im Meer oder einer Solarzelle in der Sahara nimmt allerdings einfluss auf den Platz, den sie und ihr Verbund beanspruchen. Im Verhältnis zur Gesamtgröße der Sahara oder des Atlantik/Pazifik kann ich mir kaum vorstellen, dass es globale, bestandsgefärdende Auswirkungen hat.

Die Lokale Tierwelt, die vielleicht ihre Höhle dort hatte wo jetzt ein Windrad steht ist vertrieben.. klar... aber wie gesagt: Dann dürften wir auch keine Häuser mehr bauen.

rieke
10.02.2006, 13:38
Es geht um Lebensräume die nicht unmittelbar vom Menschen beeinträchtigt werden und nicht ob wir keine Häuser mehr bauen dürfen. Es geht mir nicht darum ob eine Maus dort eine Höhle hat sondern um das Ökosystem, das weit komplexer ist, als dass nur eine Tierart mal eben dort nicht mehr nisten kann.
Es geht mir auch nicht darum,
dass es globale, bestandsgefärdende Auswirkungen hat
sondern um das lokale Ökosystem. Was mit Sicherheit einzigartig ist.
Die Diskussion steht natürlich nicht im Verhältnis zu den Auswirkungen die die Alternative mit sich bringt: Treibhauseffekt.
Ich wollte nur darstellen, was alles passiert wenn man Windräder in einen Meeresabschnitt pflanzt oder flächendeckend Solarzellen in die Sahara baut.

freak
10.02.2006, 13:44
Wenn ich an nen Baum kack ist es auch ein Eingriff...man kanns auch übertreiben.
Klar stimmt das alles, aber dem Bau von Solarzellen in der Wüste kann ich nur zustimmen.

MaX PoWeR
10.02.2006, 13:45
Ich bin mir der Problematik durchaus bewusst, nur kenne ich genau wie Du die Alternativen, und die sind keine wirklichen ;)

rieke
10.02.2006, 14:40
wenn du gegen einen baum kackst hilfst dem Baum :D

MaX PoWeR
10.02.2006, 14:43
Hehe vereinzelt kann das stimmt, beim Urinieren sieht das schon anders aus. Die Bundeswehr zB ist verpflichtet, bei jeder Übung Dixi-Klos aufzustellen, weil wenn da sone ganze Kompanie 3 Tage lang in Wald pisst, ist das nicht so gut fürs dortige Ökosystem :D

freak
10.02.2006, 14:46
Ja aber wenn ich ner Maus ins Loch kack, muss ja auch an die Tiere denken ^^

MaX PoWeR
10.02.2006, 14:51
Rofl :applaus:

rieke
10.02.2006, 14:52
das nennt man dann halt Pech für die maus :D

es kann auch nen Bär der Maus aufs Loch kacken, da hat se nen größeres Problem :>

Klabauter
10.02.2006, 15:10
@susee: Was bitte ist denn ein "lokales Ökosystem" ?
Das Meer / Der Ozan / die Sahara ist als ein Ökosystem zu betrachen, dem die lokale Beeinträchtigung nichts ausmachen würde. Es sei denn es gibt eine Spezies, die einzigartig genau auf diesen 0,5 % der Fläche lebt, auf der jetzt ein Windrad / eine Solarzelle gebaut wird, und die dadurch aussterben würde.

Deshalb der Vergleich mit den Häusern. Wenn ich ein Haus baue, dann beeinträchtigt dies das Ökosystem höchstens auf der Fläche die das Haus beansprucht (von den Emissionen mal abgesehen - aber die wollen wir ja mit Windrädern und Solarzellen vermeiden). Bei Windrädern im Ozean und Solarzellen in der Wüste ist das genauso. Die Sahara hat eine Fläche von 9 Millionen Quadratkilometer (wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Sahara). Deine 3x3 Kilometer große Fläche macht also 0,0001 % aus. Ehrlich: Das interessiert die Sahara als Ökosystem einen Scheiß. Und die paar Viecher auf den 9 Qudaratkilometern genausowenig.
Im Ozean verhält sich das im übrigen noch viel krasser.

Voodoo
10.02.2006, 22:26
Hab jetzt nicht alles gelesen, was ihr nach meinem letzten Post geschrieben habt. Um auf Sasch seine Frage zu antworten...

Diese Windräder im Meer müssen hohe Wellen und starken Wind aushalten können. Deshalb müssen sie fest verankert werden. In Galileo kam mal ein ausführlicher Bericht, wie das gemacht wird. Die werden mit einer enormen Kraft in den Boden .... gerammt! Dabei ensteht ein enormer Geräuschpegel. Wie ihr sicherlich wisst, breitet sich Schall im Wasser besser aus. Man soll ja z.B. nicht gegen das Glas im Aquarium klopfen, da es für die Fische enorm laut ist. Jetzt können Wale z.B. sehr gut hören. Forscher vermuten, dass dieses reinrammen der Windräder Verankerungen dazu führen könnte, dass Wale bis zu einer gewissen Entfernung taub werden könnte oder durch den extremen Lärm einen Schock bekommen können.

Wie Susi schon schrieb, werden die nicht vereinzelt aufgebaut, sondern gleich in Massen. Sobald die laufen werden die Laufgeräusche der Rotoren auf das Wasser übertragen, das sich stark auf das Ökosystem im Meer auswirkt. Kurz zusammengefasst: Es ist eine enorme Lärmbelästigung für die Unterwasser Welt.

Ach ja, im Artikel wurde noch angesprochen, dass die Wale oder andere Unterwassertiere diese Schallwellen noch über eine enorm weite Entfernung (ich glaub die sprachen von 1000 km) hören können und es sie in ihrer Reise ablenken könnte ----> Walstrandungen

MaX PoWeR
10.02.2006, 23:17
Schall breitet sich im Wasser in der Tat gut aus, etwa 4 mal schneller als in der Luft. Aber ich weiss nicht, ob das wirklich so schlimm für Wal&Co ist. Es gibt bereits jetzt schon so viele Geräuschquellen in den Meeren, so unfassbar viele riesen Schiffe die Krach machen, und ich will nicht wissen, was es für einen Lärm gibt, wenn mal wieder ein dicker Brocken von einem Kontinentalhang abbricht ;)
Unter Abwägung aller Gesichtspunkte entscheide ich mich für die Wind und Solarenergie, Atomstrom sollte so schnell wie möglich abgeschafft werden.

Cobra
11.02.2006, 16:26
ja aber selbst wenn man nicht vom Extremfall ausgeht (das die Tiere taub werden und die Orientierung verlieren) ist es doch ein enormer Störfactor für die Unterwasserwelt. Eben grade die Menge macht es aus...so das einzelne Tierarten sicherlich diese Gebiete meiden werden und klar es betrifft sicherlich nicht alle Tiere, aber man stelle sich vor wie sich dann das Ökusystem evt. verändern würde. Irgendwie hängt doch alles zusammen und ich denke nicht das es ohne sichtbare Folgen bleiben würde.

nur mal so als vergleich, wie würden wir es denn finden wenn in unserem Lebensraum, z.B. in der Wohnung auf einmal lauter kleine zitterne Stäbe verankert werden die auch noch Lärm machen. Mal davon abgesehn das es einfach nicht schön aussehn würde, es wäre schlichtweg störend, es wäre einfach nicht mehr "unser Zuhause" und wo wir uns nicht wohlfühlen, wo es uns nicht gefällt....da halten wir uns doch auch nicht länger als nötig auf.

MaX PoWeR
11.02.2006, 18:32
Komischer Vergleich... Ausserdem wird Lebensraum von Tieren für viel schwachsinnigere Sachen zerstört, und auch wie wir sonst teilweise mit Tieren umgehen ist viel schlimmer. Wie schon gesagt, ich halte Atomkraftwerke für viel verantwortungsloser gegenüber der Natur...

Cobra
11.02.2006, 20:19
klar das auf jeden Fall....

sollte auch nur ein Denkanstoß sein, vielleicht gibt es ja irgendwann eine richtig saubere Lösung, in der die Umwelt nicht bzw. nur geringfügig belastet wird. Was aber wohl noch eine Weile dauern wird....

riKkTer^
12.02.2006, 12:46
ich muss mich paula anschliessen. Ich finde es unverständlich wie man gegen sie sonnenkollektoren oder windräder sein kann. Gut vllt ist es ein temporärer eingriff ins ökosystem. Aber was macht der mensch seit ein paar hundert jahren ??? Er fischt die meere leer , jagt jedes jahr unmengen an CO² und anderen "Giften" in die Luft. Wir zerstören jeden tag unwiederbringlich viele km² Regenwald. Töten die letzten waale und verpesten mit öltanker-unfällen ganze küstenstriche.
Ich finde das steht doch ein keinerlei Relation zu den Auswirkungen von sonnenkollektoren etc... Ich finde mit das den erneuerbaren energien ein guter schritt in die richtige richtung.
Und eingriffe ins Ökosystem gehören mit zum leben auf der erde. So war es schon immer und so wird es immer sein(meteoriteneinschlag-> tod dinos oder waldbrände). Wer sich anpasst überlebt , wer nich stirbt. Selektion rockt :D ... Gut ich muss zugeben der Mensch übertreibt es masslos ...

Aber wir sollten erst mal gegen unsere grössten umweltkiller wie Herr Bush vorgehen bevor wir uns über sowas aufregen

Voodoo
12.02.2006, 13:18
Toll, also solange wir was schlimmeres haben können wir andere Dinge weiterhin machen? Also warum Katalysatoren in Autos einbauen, wenn wir Menschen ja mit der Abrodung des Regenwaldes auch noch was schlimmeres auf Lager haben. Man fängt auch bei kleinen Dingen an.

Ich sag jetzt nicht dass Windräder oder Sonnenkollektoren schlecht sind. Im Gegenteil. Doch haben diese Dinger auch einen schweren Nachteil. Darauf wollte ich Aufmerksam machen. Sowas sollte man wissen und nicht sein Gewissen beruhigen, dass man jetzt ja was super tolles macht, indem ich 20000 Windräder im Ärmelkanal verteile...

Ich zahle übrigens auch Geld dafür, dass die Abrodung des Regenwaldes gestoppt wird. Für WWF habe ich jahrelang gezahlt. Ist ja nicht so, dass ich bei anderen Dingen wegschaue und hier mich jetzt querstelle. :)

Klabauter
13.02.2006, 12:22
Ich muss immernoch auf einem Vergleich bestehen: Der größte Eingriff in ein Ökosystem ist immernoch der Mensch selbst. Kein Mensch meckert, wenn am Rande von Kastrop-Rauxel ein Industriegebiet über 9 qm entsteht, oder ein neue Wohnsiedlung von 9 qm.

Sind unsere Siedlungsgebiete keine Ökosysteme? Hat das keinen Einfluss? Wo sind denn die Luchse und Wölfe und Bären hingegangen? Dabei ist es uns irgendwie egal.
Rein vom Verhältnis der Fläche gesehen glaube ich nach wie vor, dass ein größerer Eingriff ins Ökosystem vorliegen würde, wenn wir weiterhin ein paar Öltanker versenken (natürlich erst nachdem sie für Desorientierung bei den Walen gesorgt haben), und noch mehr verbratenes Uran endlagern. Geräusche der Windräder sind das einzige Argument, das ich gerade irgendwie schlüssig finde... aber ich glaub daran kann sich das Ökosystem gewöhnen. Der Platzbedarf jedenfalls ist kein Argument gegen diese Energieanlagen in Ozanen und Wüsten.

rieke
13.02.2006, 12:48
Kein Mensch meckert, wenn am Rande von Kastrop-Rauxel ein Industriegebiet über 9 qm entsteht, oder ein neue Wohnsiedlung von 9 qm.

Natürlich haben Menschen gemeckert. Es gibt immer Menschen die davor warnen, dass es der Umwelt schadet. Und es wäre schlimm wenn es nicht so wäre. Denn dann wär das moralische Denken in Punkto Umweltschutz schon längst von der Mattscheibe verschwunden.
Ein Ökosystem ist so komplex dass man garnicht sagen kann was alles passiert, wenn man einen groben Einschnitt darin macht. Ich finde es ist kein Argument zu sagen, "Der Wolf, Luchs und Bär sind ja auch nicht mehr hier und es stört niemanden".
Natürlich stört es das Ökosystem und vor allem die Flora und Fauna. Nur ist hier in Deutschland alles schon so stark besiedelt, dass viele Arten vom Ökosystem, der Säugetiere vor allem, garnicht mehr hier sind. Und grobe Einschnitte in Deutschland kaum mehr auffallen weil die Natur in den Ballungsräumen schon aufs geringste beschränkt wurde.
Die größte Fläche in Deutschland wird schon wirtschaftlich genutzt, sodass es kaum Möglichkeiten für seltene ARten mehr gibt sich hier an zusiedeln, weil es maßgeblich die Wirtschaft und die wirtschaftliche Nutzung von Landflächen die Haupteinschränkung ist.
Deswegen kann man Deutschland nicht mit dem Ozean vergleichen. Der Ozean ist im Vergleich zu Deutschland fast unberührt. Ich gehöre nunmal zu den Menschen die davor warnen wollen, nicht zu unüberlegt den Umweltraum der Erde zu nutzen. Weil viele Menschen kaum eine Vorstellung haben wie komplex alles ist. Wenn man hier etwas wegnimmt kanns am anderen Ende eine Kaskade auslösen usw.
Damit das hier nicht zu einer Kampfesrede fanatischer Umweltschützer wird, möchte ich betonen, dass ich die Windenergie und Solarenergie gut finde. Aber nicht in der Masse - und ums zu verdeutlichen: nicht in der großen Masse, die nötig wäre ein ganzen Landstrich mit Strom zu versorgen - wie es mit Sicherheit geplant ist.
Gerade gestern habe ich auf zdf.umwelt einen sehr interessanten Bericht gesehen wie Privathaushalte sich selbst und kostengünstig mit Strom versorgen können: Solarzellen als Dach, Erdwärme nutzen usw.
Das Problem an der Sache ist: Es wird der Wirtschaft nicht recht sein wenn alle Privathaushalte (jetzt mal abgesehen von der finanziellen Hürde) sich z.B. mit Solarkollektoren ausstatten würden. Die Stromkonzerne würden Pleite gehen, weil kaum einer noch Strom kauft.
Aber das nur mal als Beispiel.
Es bleibt dabei es muss eine Breitenlösung gefunden werden, die ausgewogen ist und nicht großartig auf die Umwelt einwirkt. Ich bin gespannt was dabei heraus kommt.

Cobra
13.02.2006, 18:11
tja da bin ich auch mal gespannt :bunny: