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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schöpfer oder Zufall?



Cobra
02.03.2006, 18:42
Darwins Evolutionstheorie ist fast 150 Jahre alt. Und noch immer wird sie von streng gläubigen Christen bekämpft - mit wissenschaftlicher Unterstützung
Am Anfang war DarwinVor knapp 150 Jahren schrieb der Engländer Charles Darwin: "Es ist, als gestände man einen Mord". Dies war kurz bevor er 1859 sein Werk "Die Entstehung der Arten" veröffentlichte. Schon 1824 hatte er eine Skizze seiner Idee entworfen, wagte sich aber zunächst nicht, sie zu publizieren. Denn seine These, die natürliche Selektion sei Ursache jeglicher Entwicklung und nicht die Schöpfung Gottes sei der Ursprung allen Lebens, würde die Anhänger des christlichen Glaubens erzürnen. So fürchtete der ehemalige Theologe.

Intelligent Design - eine Wissenschaft?
Der Unterschied zum Kreationismus besteht darin, evolutionäre Entwicklungen in der Natur nicht völlig abzustreiten. Dass die Erde Milliarden Jahre alt sei und das Leben schrittweise entstanden ist, meinen auch die Anhänger von Intelligent Design. Aber alle Lücken der heutigen wissenschaftlichen Erklärungen begründen sie mit einer überirdischen Intelligenz. An die Stelle des göttlichen Schöpfers stellen sie einen intelligenten "Designer".
Als Beispiele für die Lücken in der Theorie à la Darwin nennen die Anhänger des Intelligent Design die Blutgerinnung und die Entwicklung von Organen wie dem Auge. Die Blutgerinnung könne nicht durch die Evolution erklärt werden, denn fehle nur ein einziges Protein, funktioniere der ganze Vorgang nicht mehr. Hochkomplexe Organe wie das Auge könnten nicht durch Zufall, sondern nur durch den Plan eines intelligenten Baumeister entstanden sein. ID geht auf den englischen Theologen William Samuel Paley zurück. Paley, der 1805 starb - also bevor Darwin seine Theorie veröffentlicht hatte -, schloss aufgrund der Komplexität und Funktionalität der Natur auf einen intelligenten Planer.
http://www.geo.de/GEO/kultur_gesellschaft/geschichte/2006_02_GEO_kreationismus/auto_04.jpg
Deutschland ist pro Darwin
Weniger drastisch ist jüngst das Ergebnis einer Forsa-Umfrage in Deutschland ausgefallen. 1520 Menschen wurden Ende 2005 im Auftrag der Giordano Bruno Stiftung befragt. 13 Prozent der Befragten glauben, dass die Welt und der Mensch von Gott geschaffen wurden. Weitere 23 Prozent nehmen an, dass der Mensch sich in einem langen Prozess entwickelt hat, der von einem Schöpfer gelenkt wurde. Und 61 Prozent der Deutschen denken, dass die Evolutionstheorie die richtige Erklärung für Entwicklung aller Lebewesen sei. Michael Schmidt-Salomon, Geschäftsführer der Giordano Bruno Stiftung, meint dennoch: "Ich finde es bedenklich, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung Ansichten hat, die angesichts des heutigen Forschungsstands ähnlich absurd wirken wie einst die Vorstellung, die Erde sei eine Scheibe."


Ein Weg in Richtung Toleranz
Dass man auch Darwins Theorie darstellen kann ohne andere Denkweisen auszuschließen, zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Darwin" in den USA. Das American Museum of Natural History in New York eröffnete diese vor kurzem. Zu sehen sind persönliche Gegenstände Darwins, Dokumentationen seiner Experimente, Fossilien-Funde und originale Notizbücher. Die rund 400 Ausstellungsstücke zeigen, mit welchen einfachen Mitteln Darwin zu seiner Theorie gelangte. "Wir wollen aufklären und zeigen, dass Darwin die Herausforderungen der Zeit überstanden hat als die einzige wissenschaftliche Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde", betont Museumsleiterin Ellen Futter. Aber auch Darwins Kritiker kommen zu Wort. Eine Schautafel zeigt eine Liste derer, die Darwins Ansichten anzweifeln - heute oder damals - und ihre Thesen.