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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Millionen neuer Sterne



Cobra
02.03.2006, 20:34
Auf der Suche nach der Herkunft des Röntgenleuchtens der Milchstraße haben Münchner Wissenschaftler eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Millionen bisher unbekannte Sterne in der Galaxis. Die Entdeckung wurde durch die genaueste Röntgenkarte der Milchstraße ermöglicht, die nach zehnjährigen Satelliten-Messungen entstanden ist.

http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0602/24-roentgenlicht/foto/milchstrasse-nasa.jpg http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0602/24-roentgenlicht/foto/katzenaugennebel_nasa-k.jpg Katzenaugennebel

Fast 400 Jahre nachdem Galileo Galilei entdeckt hatte, dass das sichtbare Leuchten der Milchstraße auf den Beitrag unzähliger Sterne zurückzuführen ist, fanden Forscher des München Max-Planck-Institut für Astrophysik jetzt den Grund für das Röntgenleuchten, das für das menschliche Auge unsichtbar ist. Wie das sichtbare Leuchten, stammt auch das Röntgenleuchten aus Hunderten Millionen einzelner Quellen. Weil frühere Beobachtungen nicht genug Röntgenquellen erkennen ließen, glaubte man lange Zeit, dass heißes diffuses Gas zwischen den Sternen die Ursache für das Röntgenleuchten sei. Erst jetzt gelang der Gegenbeweis.

Zwei verschiedene Strahlungs-Quellen fanden die Münchner Wissenschaftler auf ihren "Röntgenbildern": Hunderte Millionen einzelner Sterne mit aktiven Gashüllen und etwa eine Million so genannter Doppelsterne. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass es in der Milchstraße von einzelnen Sternen mit Röntgenemissionen nur so wimmelt. Weil die meisten von ihnen allerdings nicht sehr hell sind, wurde ihre Zahl früher um das Hundertfache unterschätzt. Erst die neue Himmelskarte machte deutlich, wie viele es annähernd tatsächlich sind, nämlich schätzungsweise knapp eine Milliarde.

http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0602/24-roentgenlicht/foto/eight-burst-nebel-nasa.jpgEight-Burst-Nebel

Von den Doppelsternen fanden die Wissenschaftler "nur" etwa eine Million. Sie bestehen aus einem gewöhnlichen Stern und einem so genannten Weißen Zwerg, also eine Art "ausgebrannter" Stern, dessen gesamter Brennstoff im Inneren aufgebraucht ist. Für sich alleine betrachtet ist ein Weißer Zwerg zwar sehr heiß, leuchtet aber nur schwach. In einem Doppelsternsystem aber kann er Gas von seinem Begleiter abziehen. Dabei heizt er sich so stark auf, dass er intensive Röntgenstrahlung abgibt. Die abgeworfenen äußeren Schichten eines weißen Zwerges umringen den Stern oft als Planetarischer Nebel in auffällig symmetrischer Form.

Cobra
02.03.2006, 21:23
Die Forscher feiern es als neuen Meilenstein in der Suche nach außerirdischem Leben: Sie haben die Temperatur eines Exoplaneten vermessen - und ein ganz schön heißes Kerlchen gefunden. Er ähnelt unserem Jupiter, nur ist er viel dichter bei seiner Sonne. Auf der Skala der Rekorde ist er der bislang heißeste Planet und der uns nächste, der direkt festgestellt werden konnte.

Auf ihm herrscht eine Temperatur von 844 Grad Celsius - zu heiß für flüssiges Wasser, zu heiß für jedes Leben. Er ist wie Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, ein Gasgigant, etwas größer und schwerer als dieser. "Hot Jupiters" werden solche Exoplaneten genannt. Doch HD 189733b ist wohl ein "Very Hot Jupiter" - noch nie wurde ein so heißer Exoplanet gefunden. Kein Wunder, denn er umkreist seine Sonne in nur etwa 4,5 Millionen Kilometern Entfernung. Unsere Erde ist 33-mal weiter von der Sonne entfernt, sogar der innerste Planet Merkur hat einen 13-mal größeren Abstand - und ist um 400 Grad kühler.

http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0603/02-heisser-exoplanet/foto/hot-jupiter-nasa-grafik-kl.jpg

Durch die enorme Hitze konnte das Spitzer-Teleskop HD 189733b sehen. Das ist eine Seltenheit, denn Exoplaneten bleiben meist unsichtbar: Da die Planeten selbst nicht leuchten, werden sie vom Licht der Sterne, die sie umkreisen, bei weitem überstrahlt - wie ein Stecknadelkopf vor einem Halogenscheinwerfer. Die meisten der bisher bekannten 170 Exoplaneten konnten nur indirekt festgestellt werden - durch winzige, schlingernde Bewegungen des Sterns, an dem sie mit ihrer Masse "zerren". HD 189733b wurde dagegen selbst sichtbar - im infraroten Wellenbereich von Wärmestrahlung.

Voodoo
02.03.2006, 22:54
solche Artikel finde ich immer enorm interessant.

MaX PoWeR
03.03.2006, 00:19
Jo Astrophysik ist auch eins meiner Hobbys. Kennt ihr Alpha Centauri (http://www.br-online.de/alpha/centauri/), die Sendung die leider immer nur mitten in der Nacht in der Space Night auf Bayern3 kommt? Kann ich wärmstens empfehlen, der Lesch kann sehr komplizierte Geschichten recht verständlich und teilweise auch ganz witzig erläutern, wobei ich auch des öfteren nicht mitkomme. Ihr könnt auf der HP ja mal im Archiv der letzten Jahre stöbern, da wurden teilweise sehr spannende Themen behandelt, die man sich auch online anschauen kann, Dauer jeweils knapp 15 Minuten.

Voodoo
03.03.2006, 09:54
Zu meiner Schul und Ausbildungszeit blieb ich natürlich täglich solange wach um die Sendung anzuschauen. Sehr goil. Nur hat die Sendung glaub ich damals nicht Alpha Centauri gehießen, sondern irgendwie anders. Ging aber auch immer 15 Minuten.

Sehr faziniert hat mich damals dieses Zoom in den Weltraum. Erst sieht man eine Familie beim Picknik... das Bild zoomt langsam heraus, so dass man New York sehen konnte, dann den Bundesstaat, ... USA.... die Erde.... unser Sonnensystem.... und so weiter. Man sieht dann noch ganze Galaxienhaufen, die wie Bienenwaben angeordnet sind und es geht noch weiter. Wenn man ganze Ausmaß des Universums so langsam richtig realisiert hat, kann man fast nicht mehr zweifeln, dass irgendwo da draußen noch Leben sein muss.

MaX PoWeR
03.03.2006, 12:59
Das wovon Du redest Voodo, nannte sich "10 hoch", sehr sehr geile Sache, das fing glaube ich mit dem Picknick an, und dann wurde der Bildausschnitt erst schreittweise hoch 10 vergrössert, so dass man glaube ich schon ausserhalb unserer Galaxie war, und dann wurde es hoch 10 verkleiner, so das man sich schon auf atomarer Ebene befunden hat. Würde ich zu gerne nochmal sehen den Film. Das Alpha Centauri Archiv geht zurück bis 1998, d.h. die Sendung heisst schon einige Jahre so ;)

Voodoo
03.03.2006, 13:10
Das könnte ziemlich genau hinhauen mit den 7 Jahren. Denn da bin ich von der Schule fertig geworden. Den Film den ich meinte, hat nur vom Picknick bis weit in die Galaxie gezoomt. Und zwar stufenlos. Also keine großen Schritte. Die letzte Zoomstufe war halt, dass man die ganzen Galaxienhaufen in so Bienenwabenmuster vor sich sieht. Sehr sehr beeindrucken.d