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View Full Version : Biologie - Wieviel Salz enthalten die Ozeane?



Cobra
03.03.2006, 14:10
London - Salz und Pfeffer: Sie stehen für Würze, für zwei Essenzen, die jedem Essen Würze geben. Auch im übertragenen Sinne ist beides längst Synonym für das gewisse Etwas geworden, das einer Idee oder einer Sache Pfiff und Kraft gibt. Die beiden Stoffe sind indes sehr verschieden: der eine, Pfeffer, entstammt dem Reich des Lebens und ist als Frucht ein komplex aufgebautes Pflanzenprodukt. Der andere, Salz, ist hingegen eine chemisch sehr einfach aufgebaute Substanz aus dem Reich der Minerale. Auch wenn Salz mit Suppe assoziiert wird, so ist es doch ein Objekt der Geologen und Mineralogen. Mit der chemischen Bezeichnung Natriumchlorid bildet Salz (Steinsalz) massive mineralische Gesteinsablagerungen und riesige Vorkommen als Salzdome im Untergrund. Ein bedeutender Lagerort in Mitteleuropa ist - Nomen est omen - das Salzkammergut. Wegen seiner Häufigkeit und Bedeutung ist Natriumchlorid bei Kristallographen sogar Namensgeber für einen Typus von Mineral geworden: In der würfelförmigen Struktur von Natriumchlorid ist jedes Natrium-Ion von sechs Chlorid-Ionen und jedes Chlorid-Ion von sechs Natrium-Ionen umgeben - die Positionen der beiden Ionentypen wechseln sich im Kristallgitter also regelmäßig ab.


Jeder Liter Meerwasser enthält im Schnitt etwa 35 Gramm Salz. Bei einer Wassermenge von geschätzten 1,34 Milliarden Kubikkilometer Meerwasser (1021 Liter) auf dem Globus enthalten die Ozeane folglich 47 mal 1015 Tonnen (47 Petatonnen) Salz.

rieke
03.03.2006, 17:32
Leider nimmt der Salzgehalt in den Ozeanen ab, weil bekanntlich die Pole schmilzen. Es gibt schon einige kleine Veränderungen im Ökosystem aufgrund von dem veränderten Salzgehalt.

Cobra
05.03.2006, 12:44
Das kleine Salzmolekül treibt als Motor die mächtigsten Flüsse und größten Wasserfälle des Planeten an. Per Golfstrom schickt es unserem Kontinent die Hitze der Karibik.
http://www.spiegel.de/img/0,1020,577361,00.jpg
Es treibt auch tief reichende Wasserbewegungen und Meeresströme an, die wiederum unser Klima bestimmen. Denn nicht nur der Wind vermischt das Wasser: Temperatur und Salzgehalt erzeugen, was Ozeanografen die "thermohaline Zirkulation" nennen.

Für Meerwasser von mehr als 24,7 Promille Salzgehalt bedeutet ein Anstieg der Wassertemperatur eine Abnahme der Dichte. Bei gleicher Temperatur ist also salzarmes Wasser leichter als salzreiches, und bei gleichem Salzgehalt ist warmes Wasser leichter als kaltes.

zum Artikel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,399683,00.html)