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View Full Version : Technik - Vom Preisschild zum Funkchip



Cobra
11.03.2006, 13:20
In Zukunft funken Handelwaren an der Kasse ihren Preis. Die so genannte RFID-Technik löst die Strichcodes ab. Doch Funk-Etiketten können noch viel mehr: Mit ihnen läßt sich Eigentum schützen, die Autobahnmaut abrechnen oder die Identität von Personen prüfen. Ein Top-Thema auf der Cebit.


http://www.welt.de/data/2006/03/11/857918.html

A-TOM-IC
13.03.2006, 09:57
Die Technik ist keine Zukunftsmusik, sondern wird bereits in verschiedensten Bereichen eingesetzt. In intelligenten Lagersysteme werden Paletten damit gekennzeichnet um Warenströme zu verfolgen und das Lagermanagement zu optimieren, in Stadien und bei Events um Besucherströme zu koordinieren. Wer einen neuen Reisepass beantragt, erhält seit Herbst letzten Jahres einen Pass mit RFID-Chip auf dem biometrische Daten gespeichert werden sollen.

Wer Videos zum im Artikel genannten "Future Store" sehen möchte kann hier mal vorbeischauen: Link (http://www.metrogroup.de/servlet/PB/menu/1008966_l1/index.html)

Die Technologie ist in Sachen Daten- und Verbraucherschutz nicht unumstritten.

Voodoo
13.03.2006, 10:03
In Norddeutschland gibt es einige Supermärkte, die wirklich Future Store heissen und alles schon integriert haben. Sowas finde ich saugeil. Freu mich schon auf die Zukunft, wo diese Technik überall am laufen ist.

A-TOM-IC
13.03.2006, 12:57
Es hat auch seine negativen Seiten z.B. für die Kassierinnen die man nicht mehr braucht oder das der Einzelhandel darüber genau feststellen könnte welche Produkte du kaufst, da im Unterschied zum Barcode jeder Chip seine eigene ID hat.

Voodoo
13.03.2006, 13:06
das stimmt schon. Doch soviel ich weiß dürfen die keine Daten von mir sammeln, wenn ich was dagegen habe. Datenschutz Gesetz. Als könnte man sich auch dagegen wehren.

Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn jemand weiss, dass ich Lioner der Salami bevorzuge hihi. So kreuz und quer ich einkaufe, könnten sie direkt alles im Supermarkt in mein Profil rein schieben LOL.

Stört es dich, dass die sowas wissen könnten Tom?

vamp
13.03.2006, 14:07
Die RFID Technologier wird doch auch bei den WM Karten angewandt wenn ich mich nicht irre...

freak
13.03.2006, 19:19
recht hatter der vamp :)

Cobra
13.03.2006, 19:33
jup, stand auf Seite 2 des >Artikels

"Den Unmut vieler Fußballfans zogen sich die Organisatoren der Fifa-Weltmeisterschaft im kommenden Sommer durch die Ausstattung der WM-Tickets mit Funketiketten zu. Weil die Seriennummern mit persönlichen Daten des Besitzers verknüpft sind, können die Karten nicht einfach verschenkt oder weiterverkauft werden. Der Schwarzhandel soll so wirkungsvoll eingedämmt, die Kontrolle in den Stadien verbessert werden - allerdings mit Einschränkungen für die Ticketkäufer. "

Klabauter
14.03.2006, 12:58
Wenn man heute im Internet einkauft (z.B. bei Amazon) werden diese Daten auch gespeichert. Wenn Du dort nur Fantasysachen kauft, dann präsentieren Sie dir nach einer Weile nur noch Fantasysachen auf der Startseite.
Im Prinzip finde ich das nicht sooo schlecht. Bekomme ich doch nur die Sachen gezeigt, von denen die wissen, dass sie mich interessieren.
Blöd wirds erst, wenn man sachen kaufen will, von denen keiner wissen soll, dass man sie gekauft hat. :D

A-TOM-IC
14.03.2006, 13:29
Zum einen besteht das Problem, dass nach dem Einkauf die Tags deaktiviert werden sollten, sonst könntest du jeden orten der eine bestimmte Sorte Joghurt kauft oder was auch immer.

@Voo
Meist ist man sich nicht recht bewusst, dass man eine solche Einwilligung erteilt hat (z.B. Thema "Payback-, Bonus- oder Kundenkarten").

Momentan stört es mich nicht. Ich bestelle auch Sachen übers Inet und weiss, dass manche Unternehmen jeden Mausklick von mir im Ausland speichern, wo das deutsche BDSG mal überhaupt keine Bedeutung hat. Die Frage ist nur, was in der Zukunft damit gemacht wird, wenn es Profile von nahezu jedem Verbraucher gibt oder wenn Verbraucherdatenbank aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen.

Gefährlich wird es vorallem, wenn Terroristen diese Technologie für sich entdecken sollten (z.B. für Bomben die dann losgehen, wenn von den Chips die in Pässen stecken genügend Kennungen einer bestimmten Nationalität gesendet werden).

@vamp
Es gibt sie aber auch schon in den Eintrittskarten vieler Bundesligisten oder auch beim Skifahren.

Klabauter
14.03.2006, 14:09
Yeah! Ich werde eine Bombe in einem Joghurt verstecken, von dem mir Toms Profil gesagt hat, dass er ihn immer Montags auf dem Weg zur Arbeit aus dem Mittleren Regal des :m120: in der Koboldsgasse nimmt. Schließlich werden auch solche Daten erfasst, damit man psychologisch auswerten kann aus welchen Regalen die Kunden (insbesondere Tom) bevorzugt ihre Lactobacillus bulgaricus zu nehmen pflegen.
Sobald die Bombe registriert, dass sie von Tom ergriffen wird.... :target:

:verrueck:

Cobra
14.03.2006, 17:51
das ganze hat aber auch Vorteile, wenn man z.B. ein gekauftes Kleidungstück umtauschen möchte und davor mit Kreditkarte oder Kundenkarte bezahlt hat dann läßt sich über die Verbindung dieser beiden Nummern rekonstruieren was man wo eingekauft hat und braucht somit keinen Kassenzettel mehr! und wer sammelt die schon gern??

vamp
14.03.2006, 17:53
Ich nicht.... ;) Ich würde auch sagen das die RFID Technologie seine Vorteile mit sich bringt, wenn man nach und nach die Nachteile beseitigt.

A-TOM-IC
15.03.2006, 13:17
Ich bin nicht gegen die Technologie, aber sie sollte erst erprobt und sicher sein, bevor sie im großen Stil eingesetzt wird (wie z.B. in Pässen).

@Klabauter
Du magst dich darüber lustig machen, aber so sicher wie die Technologie kommen wird, werden auch die Missbräuche kommen.

CCC über RFID (http://www.ccc.de/cards/rfid/?language=en)

Klabauter
15.03.2006, 14:43
Natürlich... aber wie oft müssen wir denn diese Grundsatzdiskussion führen? Fortschritt bringt immer Missbrauchspotential mit sich. Da brauch man keine Meinung zu haben. Jeder kann sich eine Meinung darüber bilden, ob er Vorteile gegenüber den Risiken für groß genug hält um eine solche Entwicklung gut zu heißen... aber im Endeffekt wird man nichts was möglich ist jemals unterbinden können. Ich für meinen Teil freue mich auf jede Art von Fortschritt und heiße sie gut. Ganz einfach deswegen, weil sich nur m i t dem Fortschritt unsere ethischen und moralischen Denkweisen weiterentwickelt haben. Die Empörung bei der Vorstellung das Konsumverhalten und die Lebensweise jedes einzelnen würden "Getrackt" und "Protokolliert" wird sich in der Zukunft genauso in Wohlgefallen auflösen wie es die Empörung einzelner Fortschrittsgegner tat als die ersten stinkenden und lauten Automobile auf den Straßen auftauchten. Wenn es erstmal normal ist, dass die Verhaltensdaten der Menschen gespeichert sind, würde das niemand mehr anmahnen, wenn die Vorteile erst mal nicht mehr wegzudenken sind. Kriminelle könnten schneller gefasst werden, weil Täterprofile automatisch mit der Bevölkerungsdatenbank abgeglichen werden können. Vielleicht würde ich endlich keine Werbung für Viagra mehr in meinem Posteingang haben... weil alle Welt weiß, dass ich mich dafür einfach nicht interessiere.
Ich habe ein Recht darauf "ich" zu sein und wegen mir, darf die Welt wissen, wer "ich" bin. Wobei man hier vielleicht nich zu hoch stapeln darf... denn den meisten Menschen wird das Profil des einzelnen herzlich schnuppe sein. Dafür werden es einfach zu viele (und zu normal) sein... wenn die "Überwachung" erst einmal global um sich gegriffen hat.
Selbstverständlich möchte jeder seine kleinen dreckigen Geheimnisse für sich behalten. Aber ist das nicht nur eine Frage des Maßstabes? Ist es nicht auf der einen Seite genauso verwerflich, dass wir in Deutschland einer Meldepflicht unterliegen, bei der wir genauso sagen können: "Es geht niemanden was an, wo ich mich aufhalte?"
Und wäre es auf der anderen Seite nicht schön, wenn wir uns um unsere kleinen dreckigen Geheimnisse keine Sorgen mehr machen müssten, weil jeder das Recht hat so kauzig zu sein, wie es ihm beliegt... und jeder als derart freier mensch jeden Spleen (der nicht die Freiheit von anderen einschränkt) ausleben darf, ohne schräg angeguckt zu werden, weil sich die Moral mit dem Fortschritt weiter entwickelt hat?
Von Interesse in der Profildatenbank wird weniger sein, welche sexuellen Vorlieben ein einzelner hat (es sei denn man ist auf der Suche Sexualstraftätern), sondern meist die Information wie man ihm vielleicht was verkaufen kann. Doch auch hier behalte jeder doch seinen freien Willen, oder?

ich sehe mich durch Speicherung meiner Daten in meiner Freiheit nicht eingeschränkt. Sollen sie mich doch protokollieren.

freak
15.03.2006, 14:50
Grad wenn sie dich kennen kommen bestimmt noch mehr Viagra mails :D

Klabauter
15.03.2006, 15:38
:verrueck:

A-TOM-IC
16.03.2006, 09:14
@Klabauter
Dieses Internet-Forum dient der Diskussion, oder etwa nicht? Du hast deine Meinung dazu geschrieben und ich respektiere sie. Wäre schön, wenn auch du die Meinungen anderer respektieren könntest.

Ich klinke mich aus dieser Diskussion aus. Nur soviel: Nicht jede Entwicklung ist ein Fortschritt (für jeden Bereich) und nicht unbedingt immer positiv oder erstrebenswert.

Klabauter
16.03.2006, 09:26
herrjeh, was ist denn los in letzter Zeit?

Mein Vortrag enthält doch nichts anderes als meine Meinung.
Und meine Meinung versuche ich zu untermauern.
Wie ich bereits sagte: Jeder muss abwägen, ob die Vorteile eines Fortschritts überwiegen und dann entscheiden ob er sie gutheißt.
Tom findet, dass die Nachteile hier zu stark sind.
Wie kann man glauben, dass ich das nicht akzeptiere? Nur weil ich nicht deiner Meinung bin, heißt es nicht, dass ich Deine Meinung nicht akzeptiere.

... Aber ich darf schon sagen, was ich denke oder?... in einer Diskussion...

Wieso fühlt sich jetzt wieder einer angegriffen?

Der Zash,
welcher ein bissle enttäuscht ist...

A-TOM-IC
16.03.2006, 11:46
Meine Meinung:
RFID ist eine Technologie die kommen wird bzw. schon da ist. Sie wird vorallem den Bereich Logistik revolutionieren. Bei all den Anwendungsmöglichkeiten sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das vom Grundgesetz garantierte Recht zur informationellen Selbstbestimmung (eine Freiheit die auch der Klabauter hat, selbst wenn er sie nicht will) gewahrt bleibt. Wieviel an Info man weitergibt, soll dann jeder selbst entscheiden.

Vorallem aber muss darauf geachtet werden, dass in sensiblen Bereichen genügend Sicherheit gewährleistet werden kann, damit RFID tatsächlich der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung dienen kann und nicht für eben diesen Dinge missbraucht wird. Beispielsweise halte ich die Einführung von RFID in deutschen Reisenpässen für überstürzt (Herr Peter Schaar, Bundesdatenschutzbeauftragter, ist ebenfalls dieser Meinung).


Wieso fühlt sich jetzt wieder einer angegriffen?
Sich über eine Meinung zuerst lustig zu machen und anschließend auf meine Antwort zu sagen, dass man diese Grundsatzdiskussion nicht mehr führen müsse, zeugt mMn nicht davon, dass du andere Sichtweisen respektierst.

Klabauter
16.03.2006, 12:25
@Tom
... wenn Du Dich durch meinen dummen Scherz angegriffen fühlst, dann tut es mir leid. Das war nicht meine Absicht. Ich bitte hiermit um Entschuldigung.

Ich hatte gehofft, dass gerade Du mich besser kennst. Schließlich aben wir hier oft genug im Forum geblödelt. Ich kann drüber lachen, wenn der Freak seinen Viagra-Witz über mich ablässt.

Aber damit das nicht nocheinmal passiert, werde ich in Zukunft alle humoristischen Posts dahingehen überprüfen dass ich dadurch nicht aus Versehen eine verbale Karikatur von Dir gezeichnet habe.

Zum Thema:
Stimmst Du nicht mit mir überein, dass das Maß der informellen Selbstbestimmung nur duch die gerade vorherrschenden "normalen" Umstände gegeben wird? Ich versuche das Beispiel noch einmal zu bringen: Ist die Ausweiß- und Meldepflicht in Deutschland nicht ein Verstoß gegen das informelle Selbstbestimmungsrecht?

A-TOM-IC
16.03.2006, 16:25
@Klabauter
Kam wohl einfach falsch rüber und ich hab' überreagiert. Tut mir leid, falls ich dich zu sehr angefahren habe.

Zum Thema:
Streng genommen ist es ein Einschnitt dieses Rechts, welcher durch entsprechende Gesetzte und Verordnungen legitimiert wird. Streng genommen ist aber auch eine Not-OP ein Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und stellt eine Körperverletzung dar, die durch Einwilligung des Patienten oder z.B. im Falle der Bewusstlosigkeit durch entsprechende Gesetze und Verordnungen legitimiert wird. Im Endeffekt geht es darum was überwiegt und da sind wirtschaftliche Interessen in Form von Verbraucherprofilen geringer zu gewichten als zugesicherte Grundrechte.

Btw: Vor einer Weile hat eine Schule in den USA einen Versuch gestartet ihre Schüler damit zu überwachen, bis die Eltern auf die Barrikaden gingen. Man hat u.a. befürchtet, dass Sexulstraftäter die Kinder damit verfolgen könnten.

Cobra
17.03.2006, 07:35
Niederländische Informatiker finden Sicherheitslücke bei der RFID-Technik
Amsterdam - Informatiker der Universität in Amsterdam haben auf einem RFID-Chip, wie er für Funkettiketten genutzt wird, ein sehr kompaktes Virusprogramm installiert. "Damit wollen wir auf Sicherheitsprobleme aufmerksam machen", so Andrew Tanenbaum.

Tanenbaum, Melanie Rieback und Bruno Crispo haben nun ein Computervirus entworfen, das aus einfachen Datenbankbefehlen besteht und nur 127 Zeichen lang ist. Dieses Virusprogramm konnten sie auf einem RFID-Chip anstelle der sonst gespeicherten Daten installieren. Beim Auslesen greift das Programm auf die Datenbank zu und verursacht einen Speicherausfall. "Jeder, der mit RFID gearbeitet hat, ist einfach davon ausgegangen, daß das Auslesen der Information die Software im Hintergrund nicht verändert - schon gar nicht auf bösartige Weise", schreiben die Wissenschaftler. Mit dem Virusprogramm werden Funketiketten über das Auslesen zur "Angriffswaffe" auf Datenbanken. Ein denkbares Beispiel: Bei der Gepäckabfertigung im Flughafen könnten infizierte Koffer zum Zusammenbruch der Datenverarbeitung führen.

Entscheidend sei aber, ob das Virus tatsächlich in das Datensystem eines Kunden eindringen könne. Mit Sicherheitsmechanismen ließen sich solche Angriffe verhindern. Und auch RFID-Chips sollten mit Sicherheitsfunktionen ausgestattet sein, so wie heute schon die SmartCards. "Kurz gesagt: Es liegt nicht an der RFID-Technik an sich, ob Daten sicher sind oder nicht. Es liegt an den Systemen, ob sie genügend gegen Angriffe geschützt sind."

link (http://www.welt.de/data/2006/03/17/860852.html)

A-TOM-IC
18.04.2006, 12:57
Verschlüsselung bei ePässen geknackt. FDP fordert Aussetzung des biometrischen Reisepasses.

Link (http://www.heise.de/newsticker/meldung/70951)