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View Full Version : Medizin - Forscher enträtseln die Ansteckungswege von H5N1



Cobra
23.03.2006, 08:00
Vogelgrippe-Viren vermehren sich vorwiegend in tiefliegenden Lungenzellen - Übertragung von Mensch zu Mensch ist deshalb erschwert

bildMadison/Rotterdam - Das jüngste Opfer der Vogelgrippe ist eine Reiherente - gefunden in Süddeutschland, auf der Schwäbischen Alb. Gleichzeitig bestätigt die Weltgesundheitsorganisation inzwischen bei 184 Menschen weltweit die Infektion mit dem gefürchteten H5N1-Virus und zählt 103 Todesopfer, die aktuellen Fälle in Ägypten nicht mitgerechnet.
Doch in Deutschland, wo die Bundesregierung jetzt ein neues Programm zur Erforschung der Vogelgrippe unterstützt, beschränkt sich die Ausbreitung des Influenza-Erregers auf die heimische Fauna. Bei etwa 226 Wildvögeln, drei Katzen und einem Steinmarder wurde der gefährliche Erreger der Geflügelpest bislang festgestellt. Zum Glück. Menschen stecken sich nur bei engem Kontakt mit infizierten Tieren an.


"Und vermutlich ist dann eine große Virenmenge erforderlich", sagt Thijs Kuiken vom Erasmus Medical Center in Rotterdam. Das passiere selten, das Infektionsrisiko sei vergleichsweise gering, wenn man bedenke, daß in Südostasien längst Millionen Vögel den Erreger ins sich tragen. Außerdem schützt eine Besonderheit des Vogelgrippe-Virus vor der Übertragung von Mensch zu Mensch, wie es bei der normalen Grippe häufig per Tröpfcheninfektion geschieht: H5N1 bevorzugt zur Vermehrung Zellen in den unteren Regionen des Atemtrakts.

Sein Team hat mit einer neuen, direkten Methode bei Gewebeproben von Mensch und vier verschiedenen Tierarten untersucht, in welchen Bereichen H5N1-Viren andocken. Im Vergleich zeigten sich Unterschiede und Ähnlichkeiten. So eignen sich laut Kuiken besonders Katzen und Frettchen als Tiermodelle der menschlichen, oft tödlichen Lungenerkrankung, um die Anheftung des gefährlichen Erregers und dessen Eigenschaften zu studieren. Auch bei ihnen bevorzugt das Vogelvirus die tiefen Lungenbereiche.

H5N1 bindet beim Menschen vor allem an Zellen in den Lungenbläschen, etwa den Typ-II-Pneumozyten, Epithelzellen und Makrophagen, wodurch sich auch die schweren Lungenprobleme bei einer Infektion erklären. Für das "Andocken" der Grippeviren ist ihr Hämagglutinin-Molekül (H) zuständig. Während menschliche Viren dabei die Sialosaccharide des Typs SA--2,6-Gal als Rezeptoren bevorzugen, dringen Vogelgrippe-Viren beim Menschen über SA--2,3-Gal in Zellen ein und vermehren sich dort. Und diese Empfangsmoleküle entdeckten die Forscher um Yoshihiro Kawaoka von der Universität in Madison vor allem in den tieferen Lungenbereichen. Sie folgern in "Nature", daß eine veränderte Rezeptorvorliebe die H5N1-Übertragung zwischen Menschen erleichtern könnte. Dazu seien Mutationen im Hämagglutinin nötig, für eine Pandemie jedoch bedürfe es mehr Veränderungen, etwa beim Protein P2.

vamp
23.03.2006, 08:05
Naja das klingt doch recht gut. Also für den Menschen mein ich. Da ist ja die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass hier jemand den Virus bekommen könnte.