PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umwelt/Natur - Läuse plagen Alaskas Wölfe



vamp
29.03.2006, 14:04
Für Jäger ärgerlich, für die Tiere unangenehm - wilde Wölfe in Alaska haben die Läuse. Biologen wollen befallene Rudel entlausen, um die Plage einzudämmen. Eingefangen haben die Tiere sich die Parasiten wohl von Schlittenhunden.

Die Trapper in Alaska ärgern sich über löchrige Wolfsfelle. Die Tiere kratzen sich und reiben ihre Körper an Bäumen - weil ihnen Läuse im Pelz sitzen. Die Ausbreitung der Parasiten bedeutet aber nicht nur für Jäger, sondern auch für Wildhüter Schwierigkeiten: Offenbar ist der Läuseplage kaum Herr zu werden.

screen "Ob wir das in den Griff kriegen, ist die große Frage. Das wird schwer", sagte der Biologe Craig Gardner von der Fischerei- und Jagdverwaltung des US-Bundesstaats Alaska der Zeitung "Daily News-Miner" aus Fairbanks.

Erstmals wurden in den frühen achtziger Jahren Läuse bei Wölfen in Alaska gefunden. Es handelt sich um Hundeparasiten, die wahrscheinlich von Schlittenhunden auf Wölfe übertragen worden sind. Das war auf der Kenai-Halbinsel, auf der auch die Stadt Anchorage liegt.

Vergangenes Jahr fanden Biologen dann auch nördlich der Bergkette Alaska Range Wölfe mit Läusebefall - die Zivilisationsparasiten hatten sich in die Wildnis ausgebreitet. Es folgte ein Appell an den Gouverneur des Bundesstaates. Heute bereits seien die Felle der meisten auf Kenai gefangenen Wölfe unbrauchbar für Jäger. Der Präsident der Trappervereinigung Alaskas, Randy Zanke, spricht von "lousy wolves" - lausigen Wölfen, wörtlich wie im übertragenen Sinne.

Auch für die Tiere selbst sind die Läuse eine Plage: Wegen Läusebissen aufgekratzte oder wundgescheuerte Stellen können als Einfallstore für Infektionskrankheiten dienen.

Darum starteten Wildhüter im vergangenen April ein Pilotprojekt: Ein von Läusen befallenes Rudel von fünf Wölfen wurde mit einem Medikament behandelt, das bei Hunden als Entwurmungsmittel zum Einsatz kommt. Es half gegen die Parasiten im Fell. Die Wissenschaftler der Fischerei- und Jagdbehörde versahen die Wölfe daraufhin mit Peilsendern und setzten sie in den Bergen der Alaska Range aus.

Als im Mai in dem Rudel ein Wurf von sieben Welpen geboren wurde, warfen die Forscher über mehrere Wochen hinweg Fleischstücke mit dem Medikament aus einem Flugzeug in der Nähe der Tiere ab. Im November konnten sie vier der Jungtiere fangen und untersuchen. Sie waren ebenso lausfrei wie zwei weitere Tiere des Wurfs, die Trapper gefangen hatten.

Trotz dieses Erfolgs im kleinen Maßstab sind die Wildhüter skeptisch. Gardner verweist auf die Gefahr, die von einzelnen lausbefallenen Tieren ausgeht - solche Wölfe könnten mit lausfreien oder unbehandelten Tieren in Kontakt geraten. "Bumm, dann haben sie die Läuse wieder", sagte er.

MaX PoWeR
29.03.2006, 23:04
Vielleicht was das ja ne Aktion von Greenpeace, um die Felle unbrauchbar zu machen. Ähnlich wie das besprühen der Robben, allerdings mit üblen Nebenwirkungen für die Tiere :D