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View Full Version : Umwelt/Natur - China: Steuer auf Essstäbchen soll Holzverbrauch drosseln



Cobra
31.03.2006, 17:17
Chinas Heißhunger auf Holz hat dazu geführt, dass ab 1. April ein fünf-biprozentige Steuer auf Einweg-Essstäbchen eingehoben wird. Diese Abgabe soll das Land vor dem Abholzen der letzten Wälder bewahren, berichtet das Magazin National Geographic.
Die Essstäbchen-Steuer ist aber nicht die einzige Konsumentenabgabe, die im kommenden Monat neu eingeführt wird. Besteuert werden in Zukunft auch noch Golfclubs, importierte Uhren, Jachten, Fahrzeuge mit schlechten Emissionswerten, Holzböden sowie chemische Lösungsmittel.

Die Abgabenreform soll einerseits die Umwelt schützen und andererseits den Einkommensunterschied im Land verringern, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua-News-Agency.

Essstäbchenindustrie beschäftigt 60.000 Mitarbeiter - Produktion von 15 Mrd. Stück jährlich
Der Heißhunger auf Holzessstäbchen wird immer größer: Jährlich werden rund 45 Mrd. Einweg-Stäbchen verbraucht. Das entspricht rund zwei Mio. Kubikmetern Holz, rechnet das chinesische Finanzministerium vor. Doch das ist bei weitem nicht alles: Nach Angaben von Zou Hanru vom China Daily werden zusätzlich 15 Mrd. Essstäbchen jährlich allein nach Japan und Südkorea geliefert. Die Industrie für Essstäbchen ist beträchtlich: rund 60.000 Menschen sind damit beschäftigt, Bambus, Birke und Pappeln zu ziehen und in den Sägemühlen zu Stäbchen zu verarbeiten.


Nun sind allerdings seit geraumer Zeit Einweg-Stäbchen zum Ziel zahlreicher Attacken lokaler chinesischer Umweltgruppen geworden. College-Studenten haben in Campus-Cafeterias gegen die Einweg-Produkte protestiert und sogar Schulkinder haben an Premierminister Zhu Rongji geschrieben und ihn gebeten, diese Produkte zu verbieten. Popmusiker und andere berühmte Persönlichkeiten haben sich ebenfalls der Umweltschutzkampagne angeschlossen.

Chinas Wälder verschwinden in einem alarmierenden Ausmaß und Experten warnen davor, dass in Zukunft auch tropische Regenwälder in Burma und Indonesien dem Heißhunger nach Holz im Reich der Mitte zum Opfer fallen werden.


Hygieneprobleme führten zur Einführung der Einweg-Stäbchen

Umweltgedanke sollte in China stärker diskutiert werden
Chinas wachsende Mittelklasse berührt die Einführung einer Essstäbchen-Steuer wahrscheinlich nicht. Aber es gehe in erster Linie um den Gedanken des Umweltschutzes, meint Turner. "Es ist gut, dass es Diskussionen darüber gibt, denn damit wird das Verschwinden der Wälder thematisiert. Chinesen sollten, genauso wie die meisten Amerikaner, besser über die Umweltprobleme Bescheid wissen", erklärt Turner.

Cobra
31.03.2006, 17:21
:D was die sich alles einfallen lassen!! :konfus:

Voodoo
31.03.2006, 20:26
bei den vielen Einwohner wundert es mich, dass dort überhaupt noch ein Wald steht. :bunny: