PDA

View Full Version : Mythos Unendlichkeit



Cobra
15.04.2006, 00:06
Ist das Weltall grenzenlos? Können Mathematiker das Unendliche in Formeln bändigen? Über seine Natur zerbrechen sich Philosophen, Wissenschaftler und Theologen seit Jahrtausenden den Kopf
bDer nächtliche Sternenhimmel hat die Menschen schon immer tief berührt und zum Nachdenken angeregt. Wie viele Sterne gibt es? Ist das Weltall unendlich groß? Diese Fragen drängen sich beim Blick in das unermeßlich scheinende Schwarz des mit funkelnden Sternen gesprenkelten Himmels geradezu auf. Doch weder ein unendliches All noch ein räumlich begrenztes Universum können wir uns so recht vorstellen.

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit", scherzte einmal Albert Einstein, "aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Und bis heute sind sich die Wissenschaftler in dieser Frage nicht ganz sicher. Akzeptiert man das Urknallmodell, dann kann sich das Weltall in den 13,7 Milliarden Jahren seiner bisherigen Existenz nur bis zu einer bestimmten Größe aufgeblasen haben. Der Radius des sichtbaren Weltalls beträgt demnach maximal 13,7 Milliarden Lichtjahre, und es wäre damit endlich. Jenseits dieses Volumens läge eine grundsätzlich unvorstellbare Terra incognita. Dennoch fragt der menschliche Geist weiter: Was liegt hinter dem Rand unseres Universums, wenn es endlich sein sollte?

Die meisten Astrophysiker sind derzeit davon überzeugt, daß sich das Universum immer weiter ausdehnt und es damit zumindest perspektivisch unendlich ist. Noch vor wenigen Jahren wurde eine andere Theorie diskutiert: Wenn die Masse im Weltall einen bestimmten Wert überschreiten sollte, dann würde die derzeit zu beobachtende Expansion des Universums aufgrund der Gravitationskräfte irgendwann zum Stillstand kommen. Anschließend könnte es gar wieder in sich zusammenstürzen. Die Entdeckung der sogenannten dunklen Materie und die ebenfalls recht frische Erkenntnis, daß Neutrinos - winzige Elementarteilchen, die überall in Sternen produziert werden - nicht massefrei sind, sprachen für diese Theorie eines "Zurück zum Urknall" und einer Endlichkeit des Alls. Diese Sicht der Dinge hatten Gelehrte bereits in der Antike vertreten - ganz ohne Teleskope und Forschungssatelliten. Aristoteles glaubte an ein endliches Universum, das allerdings von einer unendlichen Leere umgeben sein sollte.

Doch im Moment liegen die Astrophysiker wieder eher auf der Linie des Philosophen Immanuel Kant, der in seiner Königsberger Studierstube zu der Überzeugung gelangte, daß das Universum unendlich sei. Erst vor wenigen Jahren entdeckten Forscher die überaus mysteriöse "dunkle Energie", die gleichförmig im Weltall verteilt ist und wie eine Antigravitationskraft wirkt. Damit wird die Anziehungskraft der sichtbaren und unsichtbaren Materie überkompensiert: Das All dehnt sich unendlich aus. "Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich", hatte schon im 17. Jahrhundert der französische Philosoph Blaise Pascal formuliert. Und Johann Wolfgang von Goethe erschauderte: "Wo faß ich dich, unendliche Natur."
Das ungezwungenste Verhältnis zum Unendlichen haben zweifelsohne die Mathematiker, die sich nicht einmal davor scheuen, in ihren Formeln ein Symbol für "unendlich" zu verwenden: . Vor genau 350 Jahren, also 1656, erfand der britische Mathematiker John Wallis dieses Zeichen. Möglicherweise hat er sich dabei von einem mythologischen Bild inspirieren lassen, das schon 1600 vor Christus bekannt war: eine zu einer Acht gewundene Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt.

mehr.. (http://www.welt.de/data/2006/04/15/874170.html?s=2)

MaX PoWeR
15.04.2006, 13:19
Eines meiner Lieblingsthemen, über das ich stundenlang machdenken kann. Sehr netter Artikel! :)

Voodoo
15.04.2006, 15:34
Freu mich schon, was wir in den nächsten Jahrzehnten noch so alles herausfinden werden....

m e t h
15.04.2006, 15:48
jop sowas ist krass.

Hades
15.04.2006, 19:11
was ich immernoch geil finde, ist dass wenn man eine Parallele zur y-Achse nimmt und irgendwo auf der x-Achse bei y = 0 gegen y = ∞ gehen lässt, dass diese Gerade die Fläche 1 hat.