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View Full Version : Umwelt/Natur - Reger Austausch unter dem Eispanzer



vamp
21.04.2006, 08:04
Mehr als 150 Seen sind bisher unter dem Eispanzer der Antarktis entdeckt worden - galten aber als voneinander isolierte Wasserspeicher, bis jetzt. Aus Satellitenbildern schließen Forscher nun auf Verbindungen zwischen den antarktischen Seen.

Über Millionen Jahre hinweg wuchsen die Antarktis-Seen unter dem Eis - gewaltige Wassereinschlüsse zwischen dem felsigen Untergrund und dem Gletscherpanzer, der über dem Südpol ruht. In vier Kilometern Tiefe, so vermuteten Forscher bisher, könnte sich in jedem der Reservoirs unabhängig voneinander primitives Leben entwickelt haben.

Ein Forscherteam um Martin Siegert von der Bristol University dämpft diese Hoffnungen nun: Mit Hilfe von Satellitenaufnahmen wiesen sie nach, dass diese Seen durch ein weit verzweigtes Flusssystem miteinander verbunden sind - und sehr rege Wasser austauschen.

screen Dass sich in den Seen unabhängige Ökosysteme entwickeln könnten, sei daher unwahrscheinlich, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature" (Bd. 440, S. 1033). Bisher hatte man angenommen, dass sich Wasser unter der massiven Eisdecke der Antarktis nur sehr langsam bewegen könne - und teilweise versickere.

Was Martin Siegert auf Satellitenfotos beobachten konnte, deutet allerdings auf das genaue Gegenteil hin: Die Höhenradaraufnahmen zeigten, dass sich die Eisdecke über einem See in der Ost-Antarktis innerhalb von 16 Monaten um rund drei Meter senkte. Über zwei anderen Seen, 290 Kilometer entfernt, erhöhte sich das Eis entsprechend. Die Forscher führen diesen Effekt auf die Verlagerung von 1,8 Kubikkilometern Wasser zwischen den Gewässern zurück.

Die Bewegung solcher gewaltigen Wassermengen weise auf die Existenz von Flüssen in der Größenordnung der Themse hin, so Siegert. Die Ergebnisse der Studie ließen zudem den Schluss zu, dass die Seen aufgrund des stetig ansteigenden Wasserdrucks durch den darüberliegenden Eispanzer schlagartig anschwellen und so "wie ein Korken aus einer Champagnerflasche" aufbrechen könnten. Ob das Flusssystem und somit die Seen mit dem Meer verbunden sind, ist bislang noch unklar.

Gary K.C. Clarke von der University of British Columbia in Kanada warnte in Anbetracht dieser Erkenntnisse: Es bestehe die Gefahr, dass durch eine Anbohrung eines einzigen Sees, das gesamte unterirdische System verunreinigt werden könnte. "Es gibt bereits Pläne, aus dem Vostok-See Proben zu entnehmen, um die Vermutung eines mikrobiellen Ökosystems zu überprüfen", schrieb Clarke in einem anderen "Nature"-Beitrag. Subglaziale Seen in der Antarktis wurden erstmals in den 1960er Jahren entdeckt. Seit damals hat man über 150 solcher Seen gefunden - mehrere Tausend dürften insgesamt existieren.

Young-Steff
21.04.2006, 08:13
Ist einfach genial was die Natur uns immerwieder bietet und wir Menschen sind so dumm (nich alle aber sehr viele) und verschmutzen alle dieser Naturwunder...