Eine Vision aus Finnland: Schwer Kranke lassen sich heute einfrieren und später, wenn es Heilung für sie gibt, wieder auftauen


Die Idee ist verlockend: Unheilbar Kranke lassen sich einfach einfrieren - so lange, bis man eine Therapie für ihr Leiden entwickelt hat. Dann werden sie sanft ins Leben zurückgeholt, um fortan glücklich und gesund mit ihren Ur- oder Ururenkeln zu leben.

Schenkt man Anatoli Bogdan von der Universität Helsinki Glauben, ist die Idee gar nicht mal so abwegig. Der Physiker hat eine Methode entwickelt, mit der sich künftig vielleicht Organe oder sogar Menschen einfrieren lassen, ohne Schaden zu nehmen. Bogdan berichtet über sein modernes Tiefkühlverfahren in der Fachzeitschrift Journal of Physical Chemistry B.

Schon heute ist es möglich, einzelne Zellen oder auch Embryonen in flüssigem Stickstoff schadlos tiefzukühlen. Die Methode ist als Kryokonservierung bekannt. Das Wort Kryo stammt aus dem Griechischen und bedeutet Kälte. "Das Problem beim Einfrieren ist das Wasser, das in den Zellen enthalten ist", sagt der Mediziner Heribert Kentenich vom Fertiliy Center Berlin. "Da Eis ein größeres Volumen als Wasser hat, platzen die Zellen, wenn wir sie einfach in flüssigem Stickstoff halten." Jeder, der einmal eine Wasserflasche im Eisfach vergessen hat, kennt das Phänomen. Hinzu kommt, dass die Eiskristalle die feinen Zellstrukturen zerstören - ähnlich, wie es eine Rasierklinge tun würde.
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