Meeresarchäologen haben in diesem Jahr sensationelle Funde präsentiert - darunter Hitlers Flugzeugträger und eines der ersten U-Boote der Welt. Die Unterwasser-Archäologie hat ihren Boom der Technologie zu verdanken - die Pioniere mussten noch unter ständiger Lebensgefahr arbeiten.

Die Unterwasserarchäologie hat einen Sommer mit spektakulären Funden hinter sich. In der Ostsee wurde die "Graf Zeppelin", der einzige jemals gebaute deutsche Flugzeugträger aufgespürt. In Schweden wurde durch Zufall ein 600 Jahre altes Schiff gefunden, und in der Karibik entpuppte sich ein rostiger Stahlkasten als eines der ersten U- Boote der Geschichte. Vor Gibraltar soll der vielleicht größte Goldschatz aller Zeiten aus dem Bauch der HMS Sussex geborgen werden. In Berlin präsentierte die Ausstellung "Ägyptens versunkene Schätze" spektakuläre Funde aus der Antike.


Der Boom der Unterwasser-Archäologie wurde durch enorme technische Fortschritte verursacht. Die Pioniere der Zunft hatten es dagegen ungleich schwerer. Die Apnoetaucher der Antike - jene Furchtlosen, die unter Wasser die Luft anhielten und verlorene Fracht emporholten -wurden nach Tiefe bezahlt. Welche Tarife im Hafen von Rhodos galten, ist überliefert: Lag das geborgene Gut mehr als einen Meter tief, stand den Tauchern ein Zehntel des Wertes zu, ab vier Metern ein Drittel. Tauchten sie tiefer als 7,50 Meter, erhielten die Taucher die Hälfte des Wertes.

Es waren zunächst die Bergungsarbeiter, die halfen, in Häfen verlorengegangene Fracht oder später Kanonen von Kriegsschiffen aus dem Wasser zu ziehen. Der Einsatz, den Historiker als erste unterwasserarchäologische Expedition betrachten, fand am italienischen Nemi-See 30 Kilometer südöstlich von Rom statt.

"Das Wort 'archäologisch' muss man aber in Anführungszeichen setzen, es war erst einmal eine Schatzsuche", sagt Hanz Günter Martin von der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie.
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