Zunge raus, das winzige Maul aufreißen: Junge Rhesusaffen können die Mimik und Gestik von Menschen nachahmen. Solche Imitationskünste kannte man bislang nur von Menschen und Menschenaffen. Doch Videos von Forscher zeigen: Auch die kleinen Rhesusaffen sind gute Nachmacher.

Bei Menschenkindern funktioniert es: Streckt man Babys die Zunge heraus, so machen die Kleinen das nach. Das ist lustig für Eltern und andere Erwachsene - und eine ziemlich seltene Fähigkeit im Tierreich. Jedenfalls hielt man die Kunst des Grimassen-Nachahmen bislang dafür.



Lediglich Menschen und Menschenaffen wurde diese Form der Imitationen zugeschrieben. Menschenbabys machen den Großen Grimassen nach, wenn sie zwei, drei Wochen alt sind, hatten Wissenschaftler schon vor Jahrzehnten herausgefunden. Doch auch andere Primaten scheinen die Kunst derartiger Nachahmungen zu beherrschen, haben Wissenschaftler festgestellt: Drei Tage alte Rhesusaffen können Mimiken und Gestiken nachahmen - und das, obwohl es ein Mensch war, der sie ihnen vormachte.

Die Zunge herausstrecken, den geschlossenen Mund weit aufreißen, eine zur Faust geballte Hand öffnen und alle Finger abspreizen: Auch gerade erst geborene Affen der Art Macaca mulatta können das, wie Videos einer italienischen Forschergruppe um Pier Ferrari von der Universität in Parma zeigen.

In einem der Clips ist zu sehen, wie ein Mitarbeiter des Teams einen winzigen Rhesusaffen in den Händen hält und ein Kollege zunächst den Mund geschlossen hat und versucht, Blickkontakt herzustellen. Dann streckt der Forscher seine Zunge heraus - das Affenbaby tut es schließlich auch.

Insgesamt 21 Rhesusaffen hatten die Wissenschaftler getestet - jeweils an ihrem ersten, dritten, siebten und vierzehnten Lebenstag. Fünf nachzuahmende Verhalten wurden jeweils ausprobiert: Zunge herausstrecken, einen geschlossenen Mund weit aufreißen, Augen langsam öffnen und schließen, mit den Lippen schmatzen sowie eine zur Faust geballte Hand öffnen und dabei alle Finger abspreizen. Mit Hilfe einer Drehscheibe wurde noch überprüft, wie aufmerksam die Tierbabys für derartige Reize waren.

Das Prozedere für die Konditionierung des Affenverhalten war zudem immer gleich: 40 Sekunden passierte gar nichts, dann wurde 20 Sekunden lang die Zunge immer wieder heraussgestreckt oder der Mund aufgerissen oder eine der anderen drei Verhaltensweise vorgeführt. Schließlich blickte der Experimentator das Affenbaby 20 Sekunden lang emotions- und ausdruckslos an.

Den Rest kann man hier nachlesen.