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  1. #21
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    vorweg: Allein E.on hat 2006 einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 8,2 Milliarden Euro erzielt.

    also der Strompreis setzt sich zusammen aus Stromerzeugung und Vertrieb, die machen rund 28 Prozent aus. Steuern und Abgaben liegen bei insgesamt 41 Prozent, und 31 Prozent des Strompreises gehen für Netzentgelte drauf. Die Erzeuger sagen natürlich die Steuern sind Schuld.

    die Steuern

    • Anteil am Gesamtstrompreis: ein Prozent Kraft-Wärme-Kopplung
    • Anteil am Gesamtstrompreis: fünf Prozent erneuerbare Energien
    • Anteil am Gesamtstrompreis: neun Prozent Konzessionsabgabe für die Gemeinden
    • Anteil am Gesamtstrompreis: 10 Prozent Ökosteuer
    • Anteil am Gesamtstrompreis: 16 Prozent Mehrwertsteuer

    nun zu dem wichtigsten Punkt der immer schön verschwiegen wird wenn von den niedrigen Kosten von Atomstrom gesprochen wird, weshalb allen glauben gemacht wird mit den AKW Dingern wirds billiger:

    Der Preis einer Ware hat nichts mit dem Herstellungspreis zu tun

    An der Leipziger Strombörse EEX wird der Strompreis "gemacht" – darauf verweisen jedenfalls alle. Fakt ist: Am kurzfristigen Strommarkt, an dem der Strom für den jeweils folgenden Tag verkauft wird, werden knapp 25 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gehandelt. Den Rest wickeln die Unternehmen direkt untereinander ab. Aber auch für diese Geschäfte hat der Börsenpreis der EEX eine Referenzwirkung. Erstaunlich ist: Verkauft wird der Strom zu einem einheitlichen Preis, egal wie er erzeugt wurde. Eine Megawattstunde (MWh) Strom aus einem neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk kann für 46 Euro hergestellt werden. Ein modernes Steinkohlekraftwerk kann ab 41 Euro pro MWh kostendeckend arbeiten, und noch viel billiger ist Strom aus einem abgeschriebenen Atomkraftwerk: rund 17 Euro pro MWh. Der Börsenpreis dagegen liegt häufig deutlich über 50 Euro. Die vier großen Stromkonzerne, die alle noch Kernkraftwerke in ihrem Kraftwerkspark haben, können also billig produzieren und teuer verkaufen. Einzig deren Gewinne gehen mit dem Atomausstieg nämlich flöten...

    und jetzt kommt mir hier nochmal einer mit ner Atomstrom ist unverzichtbar und macht unser Leben finanzierbarer Einstellung ... und das bei allen Risiken und Nebenwirkungen

  2. #22
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    Nice Arbeit, Jann! Dem brauche ich wohl nichts mehr hinzufügen

    Finde es einfach traurig, dass ein paar Jahre, nachdem der Ausstieg beschlossen wurde, schon wieder dessen Ausstieg diskutiert wird... und vor allem, mit welcher Argumentation. Diesen Satz vom Pofalla habe ich gar nicht mitbekommen, aber er hat mir heute morgen sehr gemischte Gefühle beschert, wusste mal wieder nicht, ob ich darüber lachen, oder weinen soll...

  3. #23
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    Ich trete hier zwar sicher wieder eine Diskussion los, aber ich kann nicht anders.

    Stellt euch vor ihr stellt anstelle der bösen Atommeiler, kalorische Kraftwerke oder sogar für die Ökofutzis unter euch Windkraft/Solarkraftwerke auf.
    Ich glaube nicht das dann noch Leute im Umkreis davon wohnen wollen, bzw. bei der Ökovariante gar keinen Platz mehr hätten dort zu leben.

    Auf ein Atomkraftwerk kommen durchschnittlich 0,5 Menschenleben, auf ein kalorisches Kohlekraftwerk 2,5 Menschenleben. Das soll den gesundheitlichen Aspekt sehr vereinfacht darstellen.

    Das ein Atomkraftwerk mit einem kleinen Flugzeug, bzw. mit einem großen Flugzeug zum Terrorziel werden kann ist absoluter Schwachsinn, jeder Reaktor hat eine Betonhülle, und sogar wenn die durch äußere Einwirkungen brechen sollte bzw. nachgibt, dann sind darunter erstmal die AKW-Anlagen auf der Stromerzeugerseite d.h. Dampfturbinen etc, der eigentliche Reaktor sitzt unterirdisch und ist meines Wissens von "oben" nicht angreifbar.

    Natürlich gibt es immer wieder die Diskussion wohin mit dem Atommüll, auch ich habe keine Lösung dafür die ich mir aus dem Ärmel schütteln kann, noch kann ich das derzeitige Verfahren zur "Entsorgung" gutheissen. Denkt man jetzt aber daran das wir in Zukunft mit Wasserstoff fahren wollen, kann ich mir keine andere kostengünstige Energiequelle zur Aufspaltung von Wasser vorstellen.

  4. #24
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    vllt. sollte man alle energiekonzerne enteignen und verstaatlichen.

    -kostendeckende preise
    -mögliche gewinne in erneuerbare energie-technologien reinvestieren

  5. #25
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    ich will darauf gar nicht groß antworten ... meine meinung sollte klar sein und das Kohlekraftwerke auf Dauer ebenfalls nicht taugen und die Umwelt belasten ist allen klar. Das es für "Ökostrom" nicht genug Platz gibt ist ja ein ganz neues Argument ... öhm, warte ... nein darauf antworte ich nicht

    Die Verwendung von Wasserstoff im Verkehr ist wegen der hohen Energieverluste und Kosten der Produktion, der Aufbereitung und des Transportes übrigends nicht zu befürworten.

    edit: nie veröffentlichtes Gutachten der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sagt aus das fünf Atomkraftwerke nicht einmal den Absturz eines kleinen Flugzeugs geschützt sind. Selbst bei den moderneren Anlagen besteht offenbar Unsicherheit darüber, ob sie dem Absturz einer großen Verkehrsmaschine gewachsen wären.
    Last edited by janni; 18.07.2008 at 19:01.

  6. #26
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    Die Gefahr geht ja auch nicht nur von Flugzeugen aus, zu Kriegszeiten können da ganz andere Sachen einschlagen...

  7. #27
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    Zum Thema Sicherheit nur kurz: Staudämme vernichten ist relativ einfach und verheerend und auch sonst gibt es genügend ähnlich schlimme Szenarien, wie ein Angriff auf Atomkraftwerke - insbesondere Biowaffen halte ich für gefährlicher.

    Die Rechnung oben Jann sieht zwar schön aus - aber erklär mir da doch mal wer den Unterschied zu irgendeinem anderen Strom? Zudem kommen viele der Steuer als Prozentsatz auf einen Preis obendrauf. Wie sich das auswirkt hat ja jeder in letzter ZEit bei den Spritpreisen mitbekommen.

    Nur noch mal der Vollständigkeit: ich bin nicht gerad Fan von Atomstrom, finde nur viele Argumente gegen ihn nicht überzeugend. Genauso wenig überzeugen mich die meisten Alternativen. Vorerst halte ich Kohlestrom für am sinnvollsten, denn irgendwelche fossilen Energieträger braucht man sicherlich in den nächsten 30-50(- x ) Jahren noch.

  8. #28
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    Nunja Becks, ich würde jetzt salopp behaupten die Zerstörung durch einen Zerstörten Damm ist...
    a) ...bei weitem nicht so nachhaltig ...
    b) ...bei weitem nicht so weit greifend (auf geografischer Ebene)...
    c)... beides zusammen..

    wie die Zerstörung eines Atomkraftwerks.


    Natürlich werden Windräder viel mehr Platz in Anspruch nehmen als ein Kraftwerk. Ich weiß nicht wie sich einige diese utopischen Szenarien vorstellen günstige Energie aus Generator zu erhalten die nicht größer sind als ein Einfamilienhaus, die keine Wartung brauchen und ewig Strom für mindestens 5 Großstädte liefern.
    RFC 1925 / 2.7a:
    "Good, Fast, Cheap: Pick any two (you can't have all three)."

  9. #29
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    Ich weiss schon, dass die Zerstörung eines Atomkraftwerks ca. die schlimmstmögliche Katastrophe sein kann - aber solche Szenarien kann man sich für fast alles ausdenken. Wo viel Energie ist kann diese nunmal auch für negative Zwecke verwendet werden.

  10. #30
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    welchen Unterschied meinste Becks?

    ich bin definitiv kein Öko (bei allem Respekt denen gegenüber) und ich bin hier nicht um euch zu bekehren aber die von mir aufgezählten Probleme, Halbwahrheiten und Lügen mußte ich nun mal klarstellen. Wenn ich höre das AKWs dem Normalverbraucher Geld sparen, sicher und jetzt auch noch Umweltschonend sind

    der Atomausstieg ist allein schon wichtig und richtig um endlich mal mehr Geld in die Forschung nach alternativen, erneuerbaren Energien zu investieren. noch immer wird doppelt so viel Geld in die Erforschung der Atomkraft und fast dreimal so viel Geld in die Erforschung neuer Kohlekraftwerke investiert. das kann doch nicht sein ...



    entschuldigt meine leichte Aggression aber wenn man wie ich bei vielen Pressekonferenzen und Veranstaltungen live dabei ist und mehr mitbekommt als am Ende veröffentlicht wird, sieht wie es Politikern kalt den Rücken runter läuft weil sie wissen was richtig wäre/ist und dennoch vor laufender kamera das Gegenteil behaupten, in der Hoffnung das schon alles gutgehen wird, oder aus parteipolitischen, populistischen Gründen, wie auch immer und man dann sieht das die Masse gehorcht und hörig ist dem kommt schonmal das Kotzen. Nebenbei sind alle von der jetzigen Regierung langwierig ausgetüftelten Gesetzte (zB das neue zum Mindestlohn) so aufgesetzt das sie jederzeit von der nächsten Regierung rückgängig gemacht werden können oder gar keine Vorteile bringen.



    als Beispiel das Bienensterben in Süddeutschland in diesem Jahr. Schuld ist ein Pflanzenschutzmittel beim Maisanbau vom Bayer Konzern das daraufhin verboten wurde. Nun da das gleiche Mittel für den Rapsanbau "benötigt" wird, ist das Mittel klamheimlich wieder auf dem Markt und angeblich bedenkenlos einsetzbar. könnte damit zu tun haben das einer aus Merkels engstem Team zufällig bei Bayer im Vorstand sitzt ... aber pst das ist nur ein könnte. Ich will niemandem etwas faksches unterstellen! Könnte ja auch sein das das gleiche Mittel plötzlich einfach harmlos geworden ist ...
    genaue Daten und Fakten habe ich nicht mehr im Kopf falls mich nun jemand drauf festnageln will.

    habe eh genug getextet für diesen Monat soll ja nur mal etwas zum be"denken" anregen
    Last edited by janni; 18.07.2008 at 20:23.

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