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Thema: Prototype

  1. #1
    Registriert seit
    19.02.2007
    Ort
    Greven bei Münster
    Alter
    36
    Beiträge
    4.070
    Danke
    13 für 10 Beiträge

    Standard Prototype
    PC PS3 X-BOX 360


    Titel: Prototype
    Genre:
    3rd-Person-Action
    Releasedate:
    12.06.2009
    Entwickler:
    Radical Entertainment
    Publisher:
    Activision
    USK:
    Nicht bekannt, nicht zensiert
    Preis:
    39,99€ bei Amazon
    Homepage:
    prototypegame.com
    News zum Spiel:
    auf myrabbits.de




    Überblick:
    "You are Alex Mercer" teilt einem das Spiel am Anfang mit - und entlässt einen mit sichtlich wenig Information in ein Tutoriallevel, welches interessanterweise nicht etwa ganz am Anfang des Actionspektakels spielt, sondern kurz vor Schluss. Außer, dass man selbst und der Rest Manhattans mit irgendeinem Virus infiziert wurde, erfährt man in der Tat kaum mehr. So sucht Alex nach Antworten auf die Fragen, die sein von Amnesie heimgesuchtes Gedächtnis quälen. Kurios: Man spielt das Spiel dabei quasi als große Rückblende, denn während der gegenwärtige Alex Mercer auf einem Hochhausdach mit einer unbekannten Person spricht, erinnert er sich dabei an die vergangenen 18 Tage, seitdem er erwacht ist.
    Hüpfend, springend, sprintend und gleitend räumt man so mit allerlei meist blutigen Fähigkeiten ausgestattet die ersten Horden von Gegnern aus dem Weg. Dabei stehen einem mehrere Waffen zur Verfügung, die Alex dabei schlichtweg aus seinen Extremitäten formt. Mal schwertähnliche Klingenwaffe, mal extrem dehnbarer Peitschenarm, mal Klauenhände und gelegentlich baumstammdicke Rammbockfäuste. Konventionelle Waffen wie Gewehre, Raketenwerfer gibt es auch - fungieren aber lediglich als Gimmick, denn Alex körpereigenes Arsenal ist mehr als ausreichend in den meisten Situationen.

    Das gegenwärtige Manhattan, in dem "Prototype" spielt, bietet zahlreiche Möglichkeiten, zwischen den linear angelegten Missionen Mingames wie Zielspringen, Waypointrunning oder Töte-soviele-Gegner-wie-möglich-in-bestimmter-Zeit zu absolvieren. Die Insel ist dabei zu jedem Zeitpunkt frei begehbar.
    Fähigkeiten und Specials gibt es dabei fast schon unüberschaubar viele zu erlangen. Normalerweise kauft man diese für "Evolution Points", welche man für Missionen, Minigames oder besonders sehenswerte Zerstörungsorgien bekommt. Dabei schaltet man im Spielverlauf nach und nach mehr dieser Fähigkeiten frei, von denen einige gar benötigt werden, um im Spiel weiterzukommen. Durch die zahllosen Möglichkeiten der Charakterindividualisierung käme beinahe ein hauch Rollespielatmosphäre auf, wenn da nicht das Faktum wäre, dass man gegen Ende des Spiels so oder so genug "EP" angesammelt hat, um beinahe alles zu kaufen, was einem das leicht unübersichtliche Menu präsentiert. Leider bietet die Vielfalt nicht nur Vorteile, denn jede Fähigkeit hat eine bestimmte Tastenkombination, die mal im Flug, mal im Fall, mal auf dem Boden etc. gedrückt werden muss. Sich jede Tastenkombination jeder Fähigkeit zu merken, ist fast schon ein Fall für Dr. Kawashimas Gehirnjogging im Expertenmodus.


    Grafik:
    Augenscheinlich eine Konsolenumsetzung, setzt die Grafik keine neuen Maßstäbe. Einige der Fassaden, welche die Wolkenkratzen zieren, scheinen sich beinahe endlos und an jeder Häuserecke zu wiederholen. Bestimmte Gebäude wie Militärbasen und sog. "Hives", Brutstätten des Virus, sehen immer gleich aus.
    Im Gegenzug allerdings sind die Charakteranimationen und Effekte der Fähigkeiten durch die Bank weg überzeugend. Explosionen sind zahlreich und optisch einwandfrei, Bewegungen sind allesamt flüssig, das Wasser versucht zumindest, einigermaßen gut auszusehen, und der Himmel sieht zu jedweder Tages- und Nachtzeit sehr gut aus.
    Als besonders gelungen seien hier die verschiedenen Slow-Motion-Effekte erwähnt, welche oft und regelmäßig zum Einsatz kommen, etwa bei einem besonders kraftvollen Aufprall nach einem hohen Sprung.

    Alles in Allem ist das Spiel sehenswert, in einigen Belangen sogar richtig gut, aber kein Augenschmaus á lá Crysis.

    Story:
    Man weiß wirklich nicht viel zu Beginn. Man wacht auf einem Labortisch in Manhattan auf, und ein geheimnisvoller Virus breitet sich schneller aus, als es das angerückte Militär verhindern könnte. Zudem weiß der Protagonist weder wer er ist, noch was er ist - denn normal kann es schließlich nicht sein, seinen Körper nach Belieben umformen zu können. Zur Informationsgewinnung hat Alex Mercer dabei eine ganz besondere Methode entwickelt: Er konsumiert seine Opfer, so dass ihre Erinnerungen ein Teil von ihm werden. Dieses Storynetzwerk, "Web of Intrigue" genannt, ist simpel, aber effektiv umgesetzt. Überall in Manhattan laufen Personen herum, die etwas mit Alex Vergangenheit zu tun haben. Diese konsumiert er und lernt dadurch Stück für Stück und in kleinen, durchweg gut gemachten Cutscenes mehr von sich, dem Virus, dem Militär und einer Verschwörung, die bis ins Jahr 1969 zurückgeht.
    Besonders relevant für die Hauptstory ist dies aber alles nicht, sondern versorgt den Spieler mit Hintergründen. Die sich von Mission zu Mission zuspitzende Geschichte ist spannend und hat mehrere interessante Wendungen. Und wenn man, kurz vor Schluß, schon denkt, man könne erahnen, warum alles so ist, wie es ist, wendet sich das Blatt erneut.
    Wenn man einmal davon absieht, dass durch Viren erschaffene Halbzombies und Mutanten alles andere als innovativ sind, ist die Story spannend und in ansprechenden Appetithäppchen serviert.

    Steuerung:
    Die Steuerung wird besonders gegen Ende dank mehrerer Sprint - und Sprungupdates etwas hektisch, kratzt aber noch gerade so die Kurve zum akzeptablen Maß hin. Prototype spielt sich frisch und unverbraucht, und vor allem mit Hilfe eines guten Gamepads fast immer problemlos - allerdings ist die Kameraführung bei schnellen Richtungswechseln manchmal überfordert, was aber dank der Lock-On-Target-Funktion kein allzu großes Problem darstellt. Intuitiv ist allerdings anders. Wer sich jeden einzelnen Code für Spezialfähigkeiten merken möchte, fängt am besten direkt mit Gedächtnistraining an.
    Erwähnenswert ist, dass man im späteren Spielverlauf nach Belieben Panzer und Hubschrauber fahren und fliegen darf. Während die Hubschraubersteuerung so gut ist, dass ich mir derzeit nicht vorstellen kann, jemals wieder einen Helikopter anders zu steuern, ist die Panzersteuerung manchmal masochistisch. Denn durch die Möglichkeit, Geschützturm und Chassis unabhängig voneinander zu steuern via der beiden Analogsticks am Gamepad, wird selbst eine einfache Kurve zur mentalen Verbiegung, wenn der Panzer als Ganzes mal wieder in zwei verschiedene Richtungen fahren möchte.

    Gameplay:
    Im Grunde kann man in Manhattan machen, was man möchte. Ob man nun den halben Nachmittag durch Häuserschluchten hüpft, Minispiele spielt, Web of Intrigue-Targets sucht, oder der Hauptstory folgt - langweilig wird einem nie. Die Mischung aus GTAs Freiheit und den Anlehnungen an Resident Evil macht sich bezahlt und fesselt den Spieler vor den Bildschirm. Prototype spielt sich durch die Bank weg als Actionspiel, und im späteren Spielverlauf gibt es de facto kaum eine Minute, die man nicht damit zubringt, vom aufdringlicher werdenden Militär zu fliehen. Leider sind einige Missionen etwas schwer geraten, und verkommen zum Hit´n Run. Reinfliegen, Ziel 1 von X zerstören, und als Nahtoderfahrung versuchen, wieder auf sichere Entfernungen zu kommen. Das kann schon mal bedeuten, dass man mehrere Häuserblocks weiterhüpfen muss, um den unzähligen Hubschraubern zu entkommen.
    Speichern kann man im "Roaming"-Modus, dem freien Erkunden zwischen Missionen, jederzeit. Während der Einsätze ist dies nicht mehr möglich, sondern wird durch ein Checkpointsystem ersetzt, welches an geskripteten Stellen der Mission Autosaves einbaut, die beliebig oft geladen werden können. Die Checkpoints sind zahlreich und fair gesetzt und helfen, die mitunter etwas zu treffsicheren Gegnerhorden zu relativieren.

    Die Missionen an sich sind abwechslungsreich, definieren das Genre aber nicht neu. Die Macher haben sichtlich versucht, aus dem vorhandenen Material viel zu machen. So gibt es z.B. klassische Seek-and-Destroy-Missionen, bei denen Ziel X zerstört oder ausgeschaltet werden muss. Aber auch Verfolgungsmissionen, Rettungseinsätze, Sammelaufträge und einmal sogar eine Hubschraubermission, bei der sie als Marine getarnt gegnerischen Truppen Luftunterstützung geben, und diese schließlich abtransportieren, geben sich die Klinke in die Hand und sind allesamt ausgewogen.
    Auch die Umgebung Manhattans verändert sich mit dem Stand der Dinge: Während zu Beginn des Spiels nur gelegentlich jemand der zahllosen Passanten hüstelt und irgendetwas von Erkältung vor sich hinmurmelt, so sind später die Straßen voll von Infizierten, die sich rege Straßenkämpfe mit dem Militär liefern.
    Die Bosskämpfe hingegen sind vielleicht etwas zu einfach geraten, wenn man den Kampf einmal verstanden hat, und weiß, welche Technik und Fähigkeit hier den größtmöglichen Nutzen bringt.

    Alles in Allem ist Prototype im Bereich Gameplay Top. Nur wenige, kaum störende Schnitzer in der Programmierung, eine flüssige und erfreulich bugfreie Spielwelt und die große Freiheit der Umgebung laden zum Erkunden ein. Langweilig wird einem dabei sicher nicht. Und im Gegensatz zu Superman 64 macht hier das durch Häuserschluchten Fliegen Spaß.

    Sound:
    Die Sounduntermalung ist solide, nicht aufdringlich, aber durch die Bank weg der Situation angemessen. Lediglich die Sprachausgabe hätte lauter gesampled sein dürfen. Bei einigen Cutscenes musste ich Untertitel einblenden, da die Akteure einfach unverständlich leise waren. Dennoch ein respektables Ergebnis von Synchronstimmen über Hintergrundmusik zu Soundeffekten. Es wirkt stimmig und passt sich nahtlos in eine beinahe postapokalyptische Gegenwart mitten in New York ein. Der Fauxpas mit den anscheinend unter Angst vor lautem Sprechen leidenden Synchronstimmen in manchen Cutscenes verhindern allerdings die Bestnote.

    Persönliches Fazit:
    Prototype macht Spaß. Manchmal erwischt man sich dabei, dass man selbst während der Missionen einfach mal einen Abstecher in den nächsten Block macht, nur um zu schauen, wie hoch man klettern kann, oder wie lange man wohl fällt, wenn man nun von diesem Hochhaus springt... . Ein fader Beigeschmack bei der Portierung für den PC bleibt aber: Ich musste nämlich wiedermal meine zweite ATI Radeon 4850 ausbauen, da das Spiel sich vehement weigerte, meine normalerweise im X-Firemodus laufenden Grafikkarten zu erkennen.

    "Been looking for the truth. Found it. Didn´t like it. Wish the hell I could forget... ." - Alex Mercer

    Grafik: 79%
    Story: 91%
    Steuerung: 70%
    Gameplay: 88%
    Sound: 92%

    GESAMTBEWERTUNG: 84%


    Info

    Dieses Spiel wird in Deutschland nicht erscheinen. Wer es hierzulande spielen möchte, muss es importieren.


    Pressestimmen

    Zitat Zitat von play3 07/2009 (83%)
    Der Titel fesselte mich gut zehn Stunden an die Mattscheibe und entwickelte eine echte Sogwirkung.

    Preview Video




























    Geändert von Voodoo (19.07.2009 um 15:33 Uhr)

  2. #2
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    12 für 7 Beiträge

    Standard

    Hab es gestern mal angefangen zu daddeln und muss sagen, bisher bin ich echt begeistert.

    Das Spiel ist wie eine Mischung aus L4D, Spiderman und GTA IV:

    Jede Menge Gegner und es gibt für die Bewegungsfreiheit so gut wie keine Grenzen. Falls es mal zu viele Gegner werden, sprintet man einfach an einem Wolkenkratzer hoch und bewegt sich dann von Dach zu Dach.

    An GTA erinnert mich die Steuerung und die versteckten Bonus Items. Außerdem auch noch die Art und Weise um Missionen zu starten.

    Bin mal gespannt, ob das Spiel es schafft, diese Begeisterung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.

    Bisher ist es eine gute 2. (die Grafik könnte für meinen Geschmack noch ein wenig detailierter sein.)

  3. #3
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    Deizisau
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    Danke
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    Standard

    Schöner Artikel übrigens
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