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  1. #1
    Becks is offline Alter Hase e. V. Mitglied
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    Default Studienbedingungen in Deutschland

    Irgendwie wurde es ja hier noch nicht thematisiert, was zur Zeit an Deutschlands Universitäten stattfindet. Man mag ja von Studiengebühren etc. halten was man will. Aber Gewalt als Mittel zur Durchsetzung irgendwelcher Ziele kann's auch nicht sein. Jetzt wurden einige Hörsäle geräumt und man bekommt vielfach Kritik an der Räumung mit, z.B. beim spiegel online. Ich hab's in Würzburg bischen mitverfolgt und mein Urteil ist, dass einfach keine große Zahl der Studenten die Proteste trägt, selbst wenn die meisten wohl gegen Studiengebühren sind. An nem Freitag mittag waren schlappe 60 Studenten bei einer offiziellen Ankündigung, das fand ich nicht viel.
    Zur Veranschaulichung was in Frankfurt so gelaufen ist: Bilder Uni Frankfurt a.M.. Sowas gab's in Würzburg nicht.

  2. #2
    clubic is offline Alpha-Hase e. V. Mitglied
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    Ich würde das mal so sagen: Unsere Politiker sind so biegsam, dass man sie durch einfache Demos und Proteste nicht "herausfordert" und so im Endeffekt nichts passiert. Nebenbei ist ein Großteil einfach zu uninteressiert, um etwas verändern zu wollen.

  3. #3
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    Ich muss gestehen, dass ich wohl eher zur "unabsichtlich desinteressierten Sorte" gehöre. Mir war zwar bekannt, dass es Proteste gegen diverse Themen, allem voran mal die neuen Bachelorgänge gibt, aber näheres war mir nicht bekannt. Nichtmal, als ich Mittwoch dann auf dem Weg zum Hörsaal an einem Minigrüppchen aus vielleicht 10-15 Studenten/-innen vorbeikam, die seltsam mitten im Eingang eines größeres Hörsaales saßen, hab ich mir was dabei gedacht. Eigentlich bin ich erst so richtig durch die Nachrichten über die gewaltsame Räumung der Mensa der Goetheuni in FFM darauf gekommen, dass das ein Streikposten hätte sein sollen.
    Sicherlich ein Lapsus meinerseits, so wenig informiert zu sein. Vielleicht einfach Folge dessen, dass ich in letzter Zeit immer politikverdrossener geworden bin. Natürlich wären genau solche Demos dann etwas, was mich ansprechen *sollte*, da es kaum basisdemokratischer, dem Sinn des Wortes getreuer sein könnte. Aber irgendwie zieht die Euphorie, ziehen die Proteste, zieht der Geist der 70er, ziehen Schwerter und Pflugscharen hilfslos an mir vorbei.

  4. #4
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    Quote Originally Posted by Becks View Post
    Zur Veranschaulichung was in Frankfurt so gelaufen ist: Bilder Uni Frankfurt a.M.. Sowas gab's in Würzburg nicht.
    schon die erste seite der bilder macht mich ungemein angressiv... wessen steuergelder dürfen das wieder zahlen?? am besten gleich an der uni die studiengebührn erhöhen mit der begründung instandhaltung des geländes und der gebäude...


    vollhals! aber da steh ich bestimmt wieder allein auf weiter flur...

  5. #5
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    nein, das selbe habe ich mir auch gedacht! Demonstrieren ist ok. Auf intelligente Weise was dagegen machen (sind ja schließlich unsere "Klügsten") auch. Aber das hier nenne ich einfach nur Vandalismus.
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  6. #6
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    ich empfinde die proteste insgesamt auch als ungemein unkoordiniert

    ich bin für Studiengebühren aus dem einzigen Grund, dass wenn wir sie Streichen würden, das mit Sicherheit nicht vom Staat kompensiert würde ergo -> noch schlechtere Situatuion

    außerdem hab ich in meinem Studium nicht eine freie Minute um zu einer Demo gehen zu können, dass können dann die machen die Zeit dafür haben ...

    Thema "Verschulung" kann ich nur sagen dass es Schwachsinn ist, die die sich doch darüber beschweren sind die Leute die vorher mal ganz gerne nen "Urlaubssemester" einschieben können a la ich "studiere" ein Semester auf den Seychellen oder so höhö
    es macht voll kommen Sinn im Bachelor Grundlagen zu legen, ich selbst Studier Chemie und hab keine Ahnung was da Verschulung bedeuten soll ...
    dass ich Physik Mathe etc. habe macht schon Sinn, was soll ich dann denn aussuchen wollen

    einzig allein über die Stofffülle und so könnte man sich vielleicht unterhalten aber ich bin kein Freund davon dass die Leute dann noch mehr Party machen können, irgendwann kann man das Niveau auch mal anziehen , sind ja nicht mehr in der Schule und wenns Spaß macht stört es sowieso nicht

  7. #7
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    Quote Originally Posted by maXiMus View Post
    schon die erste seite der bilder macht mich ungemein angressiv... wessen steuergelder dürfen das wieder zahlen?? am besten gleich an der uni die studiengebührn erhöhen mit der begründung instandhaltung des geländes und der gebäude...


    vollhals! aber da steh ich bestimmt wieder allein auf weiter flur...
    Na deine Steuergelder vermutlich eher weniger, da die Hilfen des Staats an die Unis dank der Studiengebühren massiv gesunken sind
    Und ja, alle Studenten sind asozial!!!111

    Quote Originally Posted by Voodoo View Post
    nein, das selbe habe ich mir auch gedacht! Demonstrieren ist ok. Auf intelligente Weise was dagegen machen (sind ja schließlich unsere "Klügsten") auch. Aber das hier nenne ich einfach nur Vandalismus.
    Ihr seht doch das Anarchiesymbol an den Wänden.
    Dass das Studenten waren, die für die Verbesserung der Studienbedingungen demonstrieren ist da doch eher unwahrscheinlich oder?

    Quote Originally Posted by Worf View Post
    ich empfinde die proteste insgesamt auch als ungemein unkoordiniert
    Leider wahr.

    Quote Originally Posted by Worf View Post
    ich bin für Studiengebühren aus dem einzigen Grund, dass wenn wir sie Streichen würden, das mit Sicherheit nicht vom Staat kompensiert würde ergo -> noch schlechtere Situatuion
    Also bevor es Studiengebühren gab, wurden die Unis vom Staat finanziert.
    Klappte über 50 Jahre ziemlich gut.
    Als die Studiengebühren eingeführt wurden, wurde auch mehrfach versichert, dass die Leistungen des Staats an die Unis nicht gekürzt würden.
    Keine 2 Jahre später haben wir in fast allen Bundesländern mit Studiengebühren eine deutliche Minderung der Staatszuschüsse.
    Ohne Studiengebühren wäre ein Weiterbetrieb meiner Uni z.B. nicht mehr möglich. Dabei sollten die Studiengebühren die Lehre verbessern, stattdessen müssen sie mittlerweile zu nicht unwesentlichen Teilen die Löcher stopfen, die mangelnde Staatszuschüsse hinterlassen.

    Quote Originally Posted by Worf View Post
    außerdem hab ich in meinem Studium nicht eine freie Minute um zu einer Demo gehen zu können, dass können dann die machen die Zeit dafür haben ...
    Und das findest du toll, dass du kein Leben nebenher haben darfst?

    Quote Originally Posted by Worf View Post
    Thema "Verschulung" kann ich nur sagen dass es Schwachsinn ist, die die sich doch darüber beschweren sind die Leute die vorher mal ganz gerne nen "Urlaubssemester" einschieben können a la ich "studiere" ein Semester auf den Seychellen oder so höhö
    es macht voll kommen Sinn im Bachelor Grundlagen zu legen, ich selbst Studier Chemie und hab keine Ahnung was da Verschulung bedeuten soll ...
    dass ich Physik Mathe etc. habe macht schon Sinn, was soll ich dann denn aussuchen wollen

    einzig allein über die Stofffülle und so könnte man sich vielleicht unterhalten aber ich bin kein Freund davon dass die Leute dann noch mehr Party machen können, irgendwann kann man das Niveau auch mal anziehen , sind ja nicht mehr in der Schule und wenns Spaß macht stört es sowieso nicht
    Und du verallgemeinerst nun deinen Chemie-Studiengang auf alle Studiengänge

    Also mal ein praktisches Beispiel meiner Freundin, die Pädagogik studiert.
    Da wird die Fülle von 8 Semestern in 6 Semester gesteckt.
    Ist wie beim verkürzten Abitur, man nimmt ein ganzes Jahr weg, aber an der Stofffülle ändert man nichts, das wäre ja Arbeit.
    Also, ihr wurden zwei ganze Semester genommen, um mit der gleichen Themenfülle auszukommen, die man vorher brauchte.
    So und hier noch der Unterschied zu deinem Studiengang:
    Pädagogen sollen mit Menschen arbeiten und ihnen helfen können.
    Wenn sie einfach nur auswendig gelerntes Wissen ausscheißen müssen (und das müssen sie beim Bachelor, da keine Zeit mehr bleibt den Stoff auch zu verstehen, sondern es wird wie beim Abi nur noch für die Klausuren gelernt). Pädagogen sollen im Abitur menschlich reifen, damit sie den Menschen, denen sie helfen, ein starkes Vorbild sein können.
    Da tritt dann die Verschulung ein, wenn das Studium dann nicht mehr seinem ursprünglichen Ziel dient (den Menschen helfen zu können), sondern um ein Jahr verkürzt in den Arbeitsmarkt geschmissen werden zu können. Das ist dann wie beim Abitur, welches ja eigentlich ein Reifezeugnis sein soll, aber Reife lernt man im Gymnasium nicht, sondern Wissen auszuscheißen.
    Geht bei einem Chemie-Studiengang dann vielleicht nicht anders, aber bei Berufen, die mit Menschen arbeiten sollen, wird das problematisch.
    Denn Menschen lassen sich leider nicht mathematisch berechnen.

    Ach ja, PS:
    Wenn euch jemand das Argument um die Ohren hauen will, dass die Anzahl der Studierenden steigt:
    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...665039,00.html
    Doch diese Spitzenwerte sind den doppelten Abitur-Jahrgängen im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ebenso geschuldet, wie dem auf lange Zeit letzten geburtenstarken Jahrgang: 1990 kamen in Deutschland 905.000 Kinder zur Welt, seitdem bröckelt die Zahl steil und beinahe kontinuierlich ab. Diese Welle kommt aktuell in den Unis an. Schavan feiert die Zahl trotzdem als Erfolg, zuletzt jubelte sie im Talk bei "Anne Will" am Sonntag über die Anzahl der Uni-Frischlinge.

  8. #8
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    Zur Studiengebührenverwendung und den (vermeintlichen) Kürzungen der staatlichen Leistungen: Ich kenn es nur in Würzburg, da weiß man nicht wohin mit dem Extrageld. Der weitaus größte Anteil kommt nach wie vor direkt vom Staat.

    Zu den Studentenzahlen: völlig unabhängig von den GEburtsstarken Jahrgängen steigen die. Das ist vor allem den vereinfachten Möglichkeiten geschuldet, einen Bachelor-Studiengang anzubieten. Ziemlich viele im gehobenen öffentlichen Dienst oder bei "besseren" Arbeitgebern machen mittlerweile einen Studienabschluss (Berufsakademien zählen auch dazu), die früher "nur" eine Ausbildung gemacht haben.

  9. #9
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    Bei uns an der Uni hat mir die Asta versichert (ein Kumpel von mir ist da drin), dass die Uni nicht lügt, wenn sie sagt, dass der Betrieb der Uni ohne Studiengebühren mittlerweile nicht mehr möglich ist.

    Und ein schöner Punkt zu den Studienanfängern:
    Die Zahl der Studienabbrecher wird nirgends diskutiert.
    http://www.bmbf.de/pub/his-projektbe...ienabbruch.pdf
    Die lag bei Bacheloranten 2008 bereits bei 30%, bei alten Studiengängen nur bei 20% an Unis.

    Aber die Erstsemesterzahl wird sowieso in den nächsten zwei Jahren dramatisch steigen, weil dann alle G8 Gymnasien von 5 Bundesländern zwei Jahrgangsstufen auf einmal rauswerfen.

  10. #10
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    Zur "Verschulung": Stimme da Nemesis zu und seh es genauso. Ich hatte noch Glück mit meinem Bachelor-Studiengang, da wir viele Projekte hatten und über das Semester hinweg viele praktische Leistungen erbringen mussten (somit hatte man am Ende vom Semester nicht so viele Prüfungen). Bei manchen Freunden von mir ist es aber durch die Bachelor-Umstellung so gekommen, dass sie innerhalb von 2 Wochen 9 Prüfungen hatten...

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