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Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
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    Standard Day of the Tentacle

    Background Musik:

    CoverBackcoverTitel: Day of the Tentacle

    Kategorie: Adventure

    Hersteller: LucasArts

    Erschienen: 1993

    Systeme: DOS, Mac



    Einleitung:

    Tentakel hat man meist in schlabberiger oder panierter Form beim Chinesen seiner Wahl auf dem Teller - nur selten bekommt man es mit einem zu tun, das sich die Weltherrschaft auf den Plan geschrieben hat. Was gut ist, denn Tentakel sind diabolische Gegner - wie das in unserem aktuellen Oldie!

    Purpur Tentakel, der Hauptbösewicht und WelterobererSchöne alte Welt

    Kämpfe gehörten schon immer zur Menschheit dazu; Kämpfe um Macht, Land, Weib. Kämpfe um Öl, Ehre oder aus Langeweile. Und natürlich Kämpfe um das Recht. Irgendein Recht. Seit es mehr als einen Computer gibt, sind Letztere unter Vertretern verschiedener Lager enorm populär: Game Boy vs. Lynx, Atari ST vs. Amiga, Mega Drive vs. SNES, Xbox 360 vs. PlayStation 3. Alle Lager sind verhärtet, das eigene hat aus Prinzip Recht, das andere nachweislich nicht die geringste Ahnung. Natürlich hört dieser Spaß bei der Hardware noch lange nicht auf: Tekken vs. Virtua Fighter, Fifa vs PES - und natürlich LucasArts vs. Sierra. Ah, das klassische Gefecht Gut gegen Böse. Man möge bitte selbst definieren, was auf wen zutrifft.


    Der Hersteller

    LucasArtsFür mich war es klar: LucasArts (bis 1991 noch Lucasfilm Games) waren die Guten. Nein, die Besten, die Bestesten - die hatten in ihrer Vergangenheit einfach die großartigsten Spiele! Die hatten TIE Fighter, Indiana Jones 3 und 4, Monkey Island 1 und 2, Zak McKracken und natürlich Rebel Assault. Es gab selbstverständlich noch andere sehr kompetente Knobel-Lieferanten, allen voran Revolution Software (die u.a. die großartigen Titel Lure of the Temptress sowie Beneath a Steel Sky entwickelten, Westwood, die mit der Legend of Kyrandia-Trilogie verzauberten und Sierra mit ihren Serien Space Quest, Larry, King's Quest und Police Quest. Aber Lucasfilm Games saßen unverrückbar auf ihrem im Sonnenschein gleißenden Diamantenthron. Irgendwann ist die bedauernswerte Firma - von Managern geleitet, die sich durch zu eng geschnürte Krawatten die Blutzufuhr zum Hirn selbst abschnitten - zu einem Fließbandlieferanten schlechter Star Wars-Spiele mutiert, aber die End-80er und ganz besonders die 90er waren LucasArts' große Jahre. Was nicht zuletzt an diesem Spiel lag...



    Bernard, einer der drei Hauptcharaktäre des SpielsLaverne, tollpatschiger Hauptcharakter des SpielsEigentlich »Maniac Mansion 2: Day of the Tentacle«, was dem Kenner des ersten Teils mehr als genug Infos liefert. Und doch war das nicht einfach eine stinknormale »Mehr vom selben«-Fortsetzung, sondern ein brandneues Adventure-Erlebnis. Natürlich gab es jede Menge Überschneidungen mit dem ersten Teil: Die Tentakel, das Haus der Edisons, die Edisons selbst, den Hamster, die Mikrowelle. Und Bernard, einen der der drei Helden von DotT - die anderen beiden waren der mit einer bewundernswerten Scheißegal-Einstellung gesegnete Roadie Hoagie sowie die völlig abgespacete Studentin Laverne. Und das war's auch schon, mit diesen dreien verbrachte man das ganze Abenteuer. Das folgerichtig auch nur einen Lösungsweg hatte - der Vorgänger war mit der Figurenwahl (es gab sieben unterschiedliche Charaktere, die das Abenteuer auf ihre Weise beeinflussten) etwas interaktiver. Eines blieb jedoch unverändert: Man durfte zwischen den gleich zu Beginn per Zeitklo (»Chron-O-John«) in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verteilten Helden jederzeit wechseln, was für einige der grandiosesten Puzzles in der Adventure-Geschichte sorgte! Mein Lieblingsstichwort in dieser Hinsicht ist »Hamster im Kühlfach«, denn es steht repräsentativ für das wunderbar verdrehte, aber doch logische und nachvollziehbare Design der Gehirnverknoter. Ach, verdammt, ich kann nicht widerstehen - ich werfe jetzt einfach mal ein paar weitere Begriffe in den Raum. Wenn ihr sofort die entsprechenden Bilder vor Augen habt, dann sind wir im Herzen vereint: George Washingtons Gebiss, Spaghetti-Haare, Kirschbaum, Linkshänderhammer, Fahne und angemalte Miezekatze.

    Dr. Fred Edison war der Bösewicht in Maniac Mansion 1, nun hat sich eins seiner selbst gezüchteten Tentakel selbstständig gemacht, um die Welt zu erobern.Es waren nicht nur die Puzzles, die DotT seinen Platz in der Geschichtssschreibung sicherten - es war auch die bewundernswert bescheuerte Story. Tim Schafer, Dave Grossmann und Ron Gilbert, das LucasArts-Dreamteam, waren hier auf dem Höhepunkt ihres kreativen Schaffens, was schon mit dem grandiosen Intro beginnt (siehe Video unten): Purpur Tentakel, eine der Nebenfiguren des Vorgängers, trinkt vom radioaktiven Schleim, der aus Dr. Fred Edisons Haus heraus gepumpt wird. Das Resultat: Ihm wachsen zwei Stummelärmchen! Was macht man, wenn einem zwei auf radioaktivem Schleim basierende Stummelärmchen wachsen? Natürlich DIE WELT EROBERN! Bernard, Hoagie und Laverne verbünden sich mit Dr. Fred, der den genialen Plan hat, die drei einfach per Zeitlokus einen Tag in die Vergangenheit zu schicken, um die Schleimmaschine abzuschalten und das Ganze damit ungeschehen zu machen. Ärgerlicherweise hat er einen billigen Diamanten als Zeitantrieb im System, wodurch natürlich alles schief geht: Hoagie landet 200 Jahre in der Vergangenheit, Bernard plumpst zurück in die Gegenwart und Laverne wird 200 Jahre in die Zukunft geschleudert - wo die Armeen Purpur Tentakels die Weltherrschaft an sich gerissen haben.




    Die Technik

    Hoagie ist der Schlagzeuger der Band 'Beißt die teuflische Bauchspeicheldrüse'.Für die Steuerung der Propanten wurde das bewährte Scumm System verwendet, für das man den Entwicklern ohnehin auf Knien danken muss. Denn gerade dank ScummVM spielt sich DotT heute noch mindestens genau so gut wie früher. Der herrlich bekloppte, verdrehte Comicstil ist bis heute einzigartig, und sieht immer noch hinreißend gut aus! Das Design der Figuren ist liebenswert bis in den letzten Pixel, jeder einzelne Raum ein kleines Kunstwerk für sich. Day of the Tentacle ist keine Sekunde gealtert - weder spielerisch noch grafisch! Und selbst akustisch ist es, vom Rauschen mal abgesehen, immer noch mindestens Oberklasse: Die Sprecher sind für damalige Verhältnisse sehr gut besetzt, selbst die deutsche Fassung ist mit Ausnahme des einschläfernden Grün Tentakel klasse vertont. In der normalen, auf sieben 3,5"-Disketten verteilten Version, wird nur das Intro bis zur Ankunft im Haus der Edisons gesprochen. Zusätzlich war auch eine Talkie-Version auf CD erhältlich, die durchgehende Sprachausgabe bot.




    Fazit

    Grün-Tentakel, ist ein nettes, offenes Wesen. Er ist der Frontmann der erfolgreichen Band GT and the Sushi Teigs. Im ersten Teil von Maniac Mansion spielte er bereits eine Nebenrolle.Für mich ist Day of the Tentacle bis heute das ultimative Abenteuer, die perfekte Definition des Begriffs »Adventure«. Es hat einfach alles: Eine brillante Präsentation, die bis heute nicht ein Fitzelchen ihrer Exzellenz verloren hat. Eine erstklassige Bedienung, die zum Experimentieren einlädt. Einen grandiosen Humor, der, so möchte ich sagen, danach von keinem anderen Spiel mehr, höchstens vielleicht noch von Monkey Island 3 oder Sam & Max, erreicht wurde. Aber der beste Beweis für die Rechtfertigung meiner ausufernden Lobeshymnen ist die Tatsache, dass ich in den 17 Jahren, seit der Veröffentlichung des Spiels, es regelmäßig alle paar Jahre aus meiner Sammlung hole und mit großer Freude, auch heute noch, durchspiele.

    Übrigens, aber das wisst ihr eh schon alle: In Ed's Raum steht ein Computer, an dem man den Vorgänger Maniac Mansion in seiner Komplettheit spielen kann! Was jedoch die wenigsten wissen... eine Beta-Version von Sam & Max war ebenfalls im Spiel integriert. Dazu musste man in der Vergangenheit in der Villa das Bild von Max an der Wand mit dem Brecheisen runter hebeln. Dahinter versteckte sich ein vergilbtes Papier, mit dem man augenscheinlich nichts anfangen kann und auch nicht für die Lösung des Spiels benötigt. Dieses Papier kann man jedoch für die Passwort-Eingabe an Eddys Computer verwenden, um Sam & Max damit zu starten. Das Systemdatum muss dafür aber auf einen Tag vor 1993 gesetzt werden.





    Links & Dateien:

    Testbericht
    Komplettlösung



    Screenshots:
    Geändert von Voodoo (10.01.2011 um 15:43 Uhr)
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  3. #2
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    Wer dieses Spiel noch nicht gespielt hat, soll es unbedingt nachholen!
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  4. #3
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    Liest sich prima! Mal wieder ein schöner Test, der Lust auf mehr macht. Ich werde aber bewusst nicht die "alte" Version nachholen, sondern hoffe inständig darauf, das LucasArts das Spiel irgendwann für die Xbox-Arcade neu veröffentlicht. Bei Monkey Island hat das ja auch ganz gut geklappt.

  5. #4
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    Habs geliebt!

  6. #5
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    Hmmm, der Sommer verging ohne LucasArts Ankündigung für eine neue Special Version . Werde es halt so nochmal (gefühlt zum zehnten Mal) durchspielen.
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  7. #6
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    Zufällig wieder hier gelandet... ach.... ich muss mal meinen Emulator aufm Tablet anschmeissen und das Spiel nochmal zocken.
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  8. #7
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    Inzwischen gibt es dieses Spiel übrigens in der überarbeiteten Version
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