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  1. #1
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    Default Planescape: Torment
    PC



    "what can change the nature of a man?"

    Was kann die Natur eines Menschen verändern?
    Ist es Wut? Hass? Oder gar Liebe? Nichts von alledem?
    Kann man seinem Schicksal entfliehen? Kann man sich ihm stellen? Gibt es überhaupt ein Schicksal? Und vor allem: Wer bin ich eigentlich?
    Mit all diesen Fragen wird man während Planescape: Torment konfrontiert, mal frontal mitten ins Gesicht, mal weniger offensichtlich und subtil.
    Planescape: Torment rüttelt am Gefüge der Realität. Wobei korrekt müsste es heißen: Es reißt dieses Gefüge ein. Eine Welt in der Götter erschaffen werden können, indem einfach an sie geglaubt wird, eine Welt in der ein einfaches Niesen der Schlüssel für ein Portal in eine andere Dimension sein könnte.

    Man könnte meinen, dies sei ein kompliziertes Spiel.
    Dabei ist die Aufgabe, die die Welt dem Hauptcharakter stellt so furchtbar simpel:
    Herauszufinden wer er ist.
    Wer bin ich?
    Dieser Frage stellt ihr euch als - Namenloser.
    Ihr seid der Namenlose, ihr wacht auf in einer Leichenhalle, ohne zu wissen wer ihr seid, wie ihr dort hin gekommen seid oder was überhaupt vor sich geht.
    Und dann spricht euch plötzlich ein in der Luft schwebender Schädel (!) an, der euch offensichtlich kennt.
    Ihr befindet euch in Sigil, der Stadt der Portale, dem Zentrum des Multiversums, welches kein Gott betreten kann, denn die Dame der Schmerzen herrscht dort. Das Multiversum ist der Ort in dem all die Kreaturen leben, die ihr aus Baldurs Gate kennt, all die Elementare und Glabrezus die ihr mit Zaubern beschwören könnt tummeln sich dort. So ist es in Sigil auch nicht ungewöhnlich überall Dämonen und Teufel anzutreffen, die eine Auszeit vom Blutkrieg, den sie gegeneinander führen, nehmen.
    Mehr will ich auch gar nicht von der Geschichte von Planescape: Torment erzählen.

    Viel lieber erzähle ich euch von der Spielmechanik.
    Es wird zwar durchaus gekämpft in PS:T, aber ich habe kein Rollenspiel erlebt, welches die Wichtigkeit der Kämpfe bestenfalls erst an dritter Stelle gesetzt hat. Der Hauptaspekt an PS:T ist die phantastische Geschichte - und die intensiven Dialoge.
    In keinem Spiel sonst wird man so sehr dafür belohnt, seine Statuspunkte in Intelligenz, Weisheit und Charisma zu investieren anstatt in Stärke, Geschicklichkeit und Konstitution. In jedem Dialog könnte (und ist auch oftmals) ein Gesprächspart sein, den ihr ohne einen entsprechend hohen Wert in diesen Disziplinen überhaupt nicht sehen könntet.
    Laut Wiki gibt es ca. 1,5 Millionen Textzeilen, sprich mehrere Millionen Wörter Dialoge.
    Ich will euch vorwarnen, wer keine Lust darauf hat viel zu lesen, sollte die Finger von diesem Spiel lassen.
    PS:T ist wie ein epischer Roman.
    Jedoch ist der Weg den der Namenlose nimmt nicht wie z.B. in den Final Fantasy-Teilen vorgefertigt, nein, die Art wie ihr die Wege nehmt hängt ganz von euch ab. Eure Gesinnung kann sich in jede Art ändern und das mehrfach, jede eurer Aktionen kann eure Gesinnung ändern und damit die Möglichkeiten, welche ihr im Spiel habt. Genauso werden euch viele Details des Namenlosen nicht vor die Füße geworfen, ihr müsst die Dialoge geschickt führen und auch so manches Geheimnis außerhalb der vorgefertigten Spielbahnen lüften um an die "Wahrheit" zu kommen.

    Aber das ist auch eine Frage vor die euch das Spiel stellt.
    Was ist Wahrheit?
    Was ist Gut und was ist Böse?
    Wer bin ich? Bin ich gut? Bin ich böse?
    Was macht mich aus? Mein Name?

    Ach, übrigens, habe ich schon erwähnt, dass ihr unsterblich seid?

    So viele Fragen und keine Antworten.
    Tja, wenn ihr Antworten sucht, dann solltet ihr wohl versuchen, an Planescape: Torment zu gelangen.
    Denn: Was kann das Wesen eines Menschen ändern?
    Könnt ihr diese Frage beantworten?


    Wertung:
    An eine Wertung des Spieles wage ich mich nicht.
    Der philosophische Grad des Spiels macht es für mich so einzigartig und gleichzeitig kann ich verstehen, wenn Leute dieses Spiel nicht spielen möchten, denn es ist eben nichts zum einfach hinsetzen, abschalten und schön rumballern.

    Grafik:
    Oh, die Grafik ist heute eigentlich noch viel besser als damals, denn:
    Es gibt eine tolle Widescreen-Mod:
    http://www.rockpapershotgun.com/2008...pe-landscapes/
    Es wirkt geradezu, als ob Planescape: Torment geradezu darauf gewartet hätte, dass es endlich hohe Auflösungen gäbe.
    Das Bild wirkt nicht gestreckt, sondern man erhält wirklich einen massiv vergrößerten Ausschnitt der Karte.
    Es ist natürlich die von Baldurs Gate 1+2 gewohnte 2D-Ansicht, aber wer sich die Screenshots einmal näher ansehen möchte, der wird sehen, dass die Maps doch schön und detailreich gestaltet wurden.

    Sound:
    Der Soundtrack ist, wie generell von Bioware-Spielen gewohnt, sehr stimmig.
    Leider nicht so orchestral gehalten wie bei Baldurs Gate 2, aber das ist sowieso Geschmackssache.

    Gameplay:
    Puh, das Maximallevel ist irgendetwas über 100, aber das erreicht man sowieso nicht.
    Wichtig ist eigentlich nur, dass die maximalen Status-Punkte bei 25 liegen.
    Und wenn ich einen Tipp geben darf:
    Wer am Meisten aus der Spieltiefe von PS:T saugen will, sollte sich nur darauf konzentrieren Weisheit, Intelligenz und Charisma auf jeweils 25 zu bringen und die anderen Stats völlig vernachlässigen.
    Der Namenlose selbst kann nur die Klassen Krieger, Dieb und Magier wählen, diese kann er aber jederzeit wechseln.
    Ihr habt, wie es sich für ein episches Rollenspiel natürlich gehört, aber eine Gruppe aus mehreren Charakteren, die untereinander und natürlich mit dem Hauptprotagonisten agieren und sprechen.
    Tipp: Ihr müsst diese aber auch öfter mal von selbst ansprechen um Dialogoptionen zu erhalten.
    Abschließend noch zum Kampfsystem:
    Wer die Baldurs Gate-Reihe gespielt hat, wird keinerlei Probleme mit dem Kampfsystem haben.

    So, ich denke und hoffe, dass ich ausreichend und doch gleichzeitig viel erzählt habe und euch damit einen Einblick in das Rollenspiel bringe, welches ich in seiner Tiefe danach nie wieder erreicht gesehen habe.
    Spiele wie Knights of the old republic hatten zwar ebenfalls eine geniale Story, ein tolles Gameplay und eine fantastische Athmosphäre, aber in der Tiefe der Story, den Hintergedanken zu denen das Spiel den Spieler zwingt und die Tiefe des Hauptcharakters ist PS:T einfach ungeschlagen.

  2. #2
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    Eins der wenigen Rollenspiele, die ich damals nicht gezockt habe. Das lag aber am guten Kopierschutz und nicht am Spiel selbst. Als ich es Jahre später endlich günstig kaufen konnte, war die Grafik und Bedienung schon so alt, dass ich nach einiger Zeit das Interesse verlor. Dabei war das Setting wirklich sehr genial. Wie oft hat man denn schon einen brennenden Totenschädel in seiner Crew?
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