BildIn der kommenden Winter-Saison der ESL Pro-Series werden auch die Disziplinen Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) und League of Legends auf das bereits von StarCraft2 bekannte Cup-System umgestellt. Die ESL verspricht sich hiervon mehr Spannung an den einzelnen Spieltagen, außerdem wird somit das Spielgeschehen auf einen Tag konzentriert und nicht wie bisher über die ganze Woche verteilt.

Eine Saison wird aus fünf Cups bestehen, für die die Gewinner jeweils Punkte und Preisgeld erhalten. Nach Abschluss der Cup-Phase wird die daraus resultierenden Top 8 in zwei Gruppen aufgeteilt um die online Playoffs auszuspielen. Die besten zwei aus jeder Gruppe wiederum werden dann zu den Finals eingeladen um den Champion der Saison unter sich auszumachen.

Die Cup-Teilnehmer bei CS:GO werden aus den besten sieben Teams der aktuellen Summer Season und dem ersten Platz der A-Series fest zusammengesetzt. Für die verbleibenden acht Plätze kann man sich ebenfalls über die A-Series qualifizieren.

Die Ankündigung dieser Änderungen sorgte für viel Aufregung in der Community. Die einen begrüßen es, andere können den Weggang vom alten System nicht verstehen. In einem Interview mit 99Damage äußerte sich nun Michael Bister, seines zeichens Produktmanager der EPS, zu dem anstehenden Wandel, spricht über Vor- und Nachteile und erklärt, warum die ESL diesen Schritt volllzogen hat.

Das komplette Interview findet ihr hier: 99Damage Interview mit Michael Bister

Für alle, die es nicht komplett lesen möchten, haben wir drei interessante Stellen herausgesucht:

Wie schon erwähnt habt ihr den Liga-Modus komplett abgeschafft und verfahrt ab kommender Season im Cup-Modus. Was spricht aus eurer Sicht für die Cups? Immerhin hat man jetzt nur noch fünf Termine, um sich für die Playoffs zu qualifizieren.

Vorweg sollte man sagen, dass wir ja nicht etwas ‘ausprobieren’, sondern auf ein System zurückgreifen, welches wir bei der EMS One schon nutzen und was gut funktioniert. Für Spieler und auch für die Zuschauer. Cups bzw. Turniere haben den Vorteil, dass man ein Knockout-System nutzt. Jedes Spiel ist also wichtig, spannend und hat sofortige Auswirkungen. Es ist also das komplette Gegenteil der Liga. Wenn ich also als Zuschauer den 1. Cup nicht gesehen habe, kann ich ohne Probleme den 2. Cup anschauen. Während ich bei einem Ligaspiel mich vorher informieren muss, wie die letzten Spieltage verliefen, ist das Match überhaupt relevant und kann durch den Sieg oder Niederlage überhaupt jemand absteigen oder in die Playoffs kommen? Das Cup-System hat den Vorteil für den Zuschauer, dass jede Woche ein Highlight auf sie wartet. Denn jedes Turnier hat ein Finalspiel, ein Halbfinalspiel und wirklich spannende Matches. Schließlich treffen dort die besten Teams/Spieler aufeinander. Es ist kompakter, intensiver eSport.

Durch den neuen Modus haben von nun an auch Amateur-Teams die Chance, bei den EPS-Cups mitzuwirken. Denkst du nicht, dass dadurch das Teilnehmerfeld noch unbekannter wird und die EPS noch mehr an Prestige verliert, wie es viele Leute in den letzten Monaten schon bemängelt haben?

Das ist eine Anmerkung, die ich tatsächlich oft höre, vor allem das Wort ‘Prestige’ oder ‘Stellenwert’. Gleichzeitig wird auch immer von den guten alten Zeiten gesprochen. Das ist eine Mentalität, die ich wirklich nicht mag. Offen für neues sind die wenigsten, man hat sich schnell an eine Sache gewöhnt. Das liegt wohl in der Natur des Menschen. Aber betrachten wir das mal von einer anderen Seite. Dadurch, dass nun in jedem Cup A-Series Teams mitspielen können, bieten wir den jungen Talenten eine Chance. Gleichzeitig passieren so auch Situationen, die für den Zuschauer unfassbar spannend werden können. Ich denke da gerne an den 1. StarCraft II Cup der Summer Season zurück. Auf einmal war der Spieler ‘yingyang’ in aller Munde. Ein SC2-Spieler aus der A-Series, der sich bis ganz nach oben gespielt hat im Cup. Keiner wusste wirklich wer er ist, ein Underdog eben. Das hat Spaß gemacht. Jetzt sagen natürlich viele: ‘Na super, dann sind auf einmal Amateur-Spieler auf den Offline Finals und ein Teil der EPS zu sein hat gar keinen Stellenwert mehr’. Dazu kann ich nur sagen, wenn ein ‘Profi-Spieler’ von einem ‘Amateur-Spieler’ anscheinend in zwei bis drei Cups geschlagen wird, dann hat er sein gutes Recht auf die Offline Finals zu kommen. YingYang hat zum Beispiel nur im ersten Cup wirklich gut abgeschnitten, hier kann man sagen, dass er vielleicht einen extrem guten Tag hatte oder die ‘Profi-Spieler’ einen schlechten Tag. Er spielt aber nicht auf den Finals mit, dafür reichte es dann doch nicht. Aber es war definitiv ein spannender, interessanter Cup. [...]

Die negativen Kommentare über das neue System kamen überraschenderweise von den Pro-Gamern selber. Wie macht ihr den Pros das neue System schmackhaft, sodass die negative Einstellung im Keim erstickt wird?

Das ist tatsächlich so, viele Zuschauer beziehungsweise Fans finden die Änderung interessant. Finden es super, dass so den Amateur-Spielern eine Chance gegeben wird, dass so ein gewisser Druck aufgebaut wird und die EPS dadurch spannender wird. Die meisten Spieler würden gerne zurück zur alten EPS (2005). Das heißt – zwei Saisons pro Jahr, jedes Wochenende ein Friday Night Game oder Studio-Event etc. Ganz klar, das würde ich auch alles gerne wieder zurück haben. Ich gehe immer wieder auf die Zuschauer ein, das hat aber auch seinen Grund. Durch die Zuschauer lebt der eSport bzw. wird wahrgenommen. Wir machen es den Pro-Gamern schmackhaft, indem wir unter anderem das Preisgeld erhöht haben, wir haben die Wildcards/Strafpunkte entfernt und von zwei auf einen Spieltag pro Woche reduziert. Im Grunde sind das alles Punkte, die im Spieler- und Ligarat gewünscht waren, wir haben es nur noch in ein neues System gepackt, was auch für den Zuschauer funktioniert. Die Spieler wollten mehr Preisgeld, weniger Spieltage und eine längere Saison. Im Grunde haben wir das alles berücksichtigt.

Was denkt ihr über den Wechsel zum Cup System? Kommt er der EPS zu gute oder wird diese dadurch eher uninteressanter?