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<td>Titel: Das Erbe des Zauberers

Kategorie: Fantasy, Großbritanien 1986

Autor(en): Terry Pratchett

Mehr Infos: http://www.scheibenwelt.de/

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Inhaltsangabe:
Auf der Scheibenwelt ist die Zahl "acht" von großer Bedeutung, insbesondere im Bezug auf Magie. In Terry`s drittem Scheibenweltroman sucht der Zauberer Drum Billet kurz vor seinem Tod einen Schmied auf, dessen achtes Kind gerade geboren wurde. Der Schmied selber ist ebenfalls das achte Kind. Drum Billet weiß, daß wenn er dem Sohn des Schmiedes seinen Zauberstab übergeben würde, hätte dieser die besten Chancen ein mächtiger Zauberer zu werden. Unglücklicherweise stellt sich erst nach Drum`s Ableben heraus, das das achte Kind kein Sohn, sondern eine Tochter ist. Der Schmied zieht die Hexe Esmeralda Wetterwachs zu Rate, welche beschließt, den Stab zu verstecken und abzuwarten. Eskarina, so der Name des kleinen Nachwuchszauberers, stellt sich jedoch im Laufe der Jahre als äußerst magisch begabt heraus, weshalb Oma Wetterwachs sie zur Hexe auszubilden versucht. Bald stellt sich heraus, daß die Hexerei nicht das Richtige für Eskarina ist. Zusammen machen sich die beiden Frauen auf die Reise nach Ankh-Morpork, wo Eskarina der erste weibliche Zauberer der Unsichtbaren Universität werden soll...was einigen alten Zauberern natürlich gegen den Strich geht.


Textauszug:

Eskarina ist gerade frisch in der Unsichtbaren Universität angekommen, um Erzkanzler Kanllwinkel ihre Absicht zu bekunden...

"Ich möchte Zauberer werden", sagte Esk.
Die Magier hinter Knallwinkel starrten sie groß an, als sähen sie in ihr einen besonders exotischen Käfer. Knallwinkel lief rot an und rollte mit den Augen. Er blickte auf Eskerina herab und hielt den Atem an. Dann lachte er. Das Hahaha! begann irgendwo in seiner weiten Magenregion, dehnte sich langsam nach oben aus, hallte von Rippe zu Rippe und bewirkte kleine Zauberer-Beben auf der fleischigen Brust, bis es schließlich prustend aus ihm herausplatzte. Es war ein recht ansprechendes Lachen, eins mit eigener Persönlichkeit.
Aber Knallwinkel brach jäh ab, als er Esks Gesichtsausdruck bemerkte. Wenn man das Lachen mit einem Zirkusclown vergleichen konnte, so stellte Eskarinas Starren einen mit Tünche gefüllten Eimer dar, der sich dem Narren auf einer fehlerlos berechneten Flugbahn näherte.
"Zauberer?" wiederholte der Erzkanzler. "Du möchtest Zauberer werden?"
"Ja", bestätigte Esk und schob den ohnmächtigen Simon in Treatles wiederstrebende Arme. "Ich bin der achte Sohn eines achten Sohnes. Ich meine... Tochter."
Die Magier wechselten verwirrte Blicke und flüsterten miteinander. Esk versuchte sie zu übersehen.
"Was hat sie gesagt?"
"Ist das ihr Ernst?"
"Ich dachte immer, Kinder in dem Alter seien lieb und entzückend..."
"Du bist der achte Sohn einer achten Tochter?" fragte Knallwinkel. "Tatsächlich?"
"Es ist genau umgekehrt, nur nicht ganz so", erwiderte Esk trotzig.
Knallwinkel holte ein Taschentuch hervor und betupfte sich die Augen.
"Interessant", sagte er schließlich. "Ich glaube, so etwas habe ich noch nie zuvor gehört. Nun?"
Er ließ den Blick über das wachsende Publikum schweifen. Die Leute hinten konnten Esk nicht sehen und reckten den Hals, weil sie annahmen, es bahnte sich ein neues magisches Spektakel an. Knallwinkel suchte nach den richtigen Worten.
"Äh, tja", brummte er, "du möchtest also Zauberer werden?"
"Das sage ich dauernd, aber niemand hört mir zu", klagte Esk.
"Wie alt bist du, kleines Fräulein?"
"Fast neun."
"Und du möchtest Zauberer werden, wenn du erwachsen bist."
"Nein, jetzt", widersprach Esk mit fester Stimme. "Dies ist doch die Unsichtbare Universität, wo man Zauberer ausbildet, oder?"
Knallwinkel sah Treatle an und zwinkerte.
"Das hab ich gesehen", sagte Eskarina.
"Ich glaube, es hat noch nie einen weiblichen Zauberer gegeben", überlegte Knallwinkel laut. "Ich bin ziemlich sicher, es ist gegen die Tradition. Was hältst du davon, wenn du dich in der Hexerei versuchst? Soweit ich weiß, bietet sie Mädchen die Möglichkeit zu einer steilen Karriere."
Einer der Magier, die einen geringeren Rang einnahmen, kicherte leise. Esk bedachte ihn mit einem durchdringenden Blick...



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