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  1. #1
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    Standard Gewalt im Fußballstadion

    Hilflos in Halle

    Sie nannten ihn Drecksnigger und Bimbo. Bei einer Oberligapartie in Halle wurde der Leipziger Spieler Ogungbure wüst beschimpft. Er hob den Arm zum Hitlergruß - und bekam eine Anzeige. Das Verfahren wurde eingestellt, aber nun fragen sich die Verantwortlichen, wie es zu dem Eklat kommen konnte.




    Berlin - Es waren lange zermürbende 90 Minuten für Adebowale Ogungbure vom FC Sachsen Leipzig. Immer wieder ahmten die gegnerischen Fans Affenlaute nach, beschimpften den 25-jährigen Nigerianer. Als er den Platz nach dem Spiel verlassen wollte, nahmen die Pöbeleienzu. Ogungbures provozierende Reaktion: Er reckte den Arm zum Hitlergruß und legte zwei Finger unter der Nase quer, um ein Hitlerbärtchen zu formen. Die Folge: Er bekam eine Anzeige, weil er ein verfassungsfeindliches Symbol in der Öffentlichkeit gezeigt hatte.

    "Ich bin kein Affe, auch kein Bimbo, sondern ein Mensch", erklärte Ogungbure in der "Leipziger Volkszeitung" seine Reaktion, "in meiner ganzen Karriere wurde ich noch nicht so behandelt wie in dieser Oberliga."

    Das Spiel in Halle eskalierte nach Angaben der "Leipziger Volkszeitung" sogar fast: Nachdem der Hallesche FC kurz vor Spielende zum 2:2 ausglich, warteten die Fans von Leipzig noch ein paar Minuten bis zum Abpfiff - um dann das Spielfeld zu stürmen. Die Polizei, die mit 450 Mann bei dem Spitzenspiel vor Ort war, konnte die gewaltbereiten Fans zwar zurückdrängen. Ein paar vom Halleschen FC waren nach dem Hitlergruß aber bis zu Ogungbure vorgedrungen. Die "Leipziger Volkszeitung" beschreibt die Szene so: Ogungbure "musste in den Infight mit gegnerischen Anhängern". Auch von einer Beule am Kopf ist die Rede.

    Wurden rechtsradikale Parolen ignoriert?

    "Es war keine Schlägerei. Geschubst und gestoßen - das wurde schon. Aber keiner hat ihn tätlich angegriffen", sagt hingegen Siegfried Koch, Sprecher der Polizei Halle, zu SPIEGEL ONLINE. Dort wird zurzeit die Videodokumentation des Spiels ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft Halle hat das Verfahren heute aber eingestellt, da Ogungbure provoziert worden sei und sich nicht mit den Zielen verfassungsfeindlicher Organisationen identifiziert.

    Rolf Heller, der Präsident des FC Sachsen Leipzig, wirft der Polizei vor, sie habe rechtsradikale Parolen eines Fans ignoriert. "Das Wegsehen der Polizei ist bedenklich", sagte er. Dass die Beamten schon während des Spiels hätten eingreifen sollen, kann der Sprecher der Polizei in Halle aber nicht nachvollziehen. "Der erste Ansatzpunkt liegt beim Verein. Der hat das Hausrecht: Wachdienste und Ordner", sagt Siegfried Koch.

    Michael Schädlich, Präsident des gastgebenden Halleschen FC, saß während des Spiels auf der Haupttribüne. Doch die Beleidigungen und Affennachahmungen hat er nicht mitbekommen. "Ich habe nichts gehört, aber das heißt natürlich nichts", sagte er zu SPIEGEL ONLINE, "aber warum sollte man ihn so beleidigen?" Er erzählt von ehemaligen "Publikumslieblingen schwarzafrikanischer Herkunft" und von dem Fanprojekt, das er Anfang Januar gegründet hat, um gewaltbereiten Fans mit ihren Problemen zu helfen. "Das Thema Rassismus gab es in Halle bislang nicht und wird es in Zukunft auch nicht geben", sagt Schädlich trotzig. Stadionverbote gegen Hooligans hat er schon ein paar Mal ausgesprochen.

    Keine Anzeige gegen Hooligans

    "Es ist unheimlich schwer, in der Menge einem Fan nachzuweisen, dass er etwas aufs Spielfeld geworfen hat oder jemanden beleidigt hat", sagt Schädlich. Aber wenn es Zeugen gebe, sollten die doch Anzeige erstatten. Bislang liegen gegen Hooligans, so der Hallesche Polizeisprecher Koch, noch keine Anzeigen vor.

    Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) will die Vorfälle beim Spiel Hallescher FC gegen FC Sachsen Leipzig nun vor das Sportgericht bringen. Außerdem sollen die Regelungen zu Stadionverboten verschärft werden: Bislang gilt der Ausschluss eines Hooligans in ganz Deutschland nur bei Spielen in der 1. und 2. Bundesliga sowie in der Regionalliga. In der Oberliga hingegen kann ein Verein einem gewalttätigen Fan den Besuch im eigenen Stadion zwar verbieten. Das bei einem anderen Klub durchzusetzen, ist zurzeit aber sehr kompliziert und langwierig.

    Leipzigs Präsident Heller fordert nun eine größer angelegte Aktion gegen Rassismus. Das Engagement hat es bei seinem Verein bereits vorher gegeben: Die Spieler machten bei der Internationalen Woche gegen Rassismus mit - gedacht als Beitrag zur kommenden Fußballweltmeisterschaft unter dem Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden". Auf Fotos im Internet hat sich die Mannschaft des FC Sachsen Leipzig die Gesichter schwarz geschminkt. Adebowale Ogungbure steht in ihrer Mitte, mit weißer Farbe angemalt, das Kinn stolz nach vorn gereckt.
    Ganz schön traurig. Besonders, dass tatsächlich ein Verfahren gegen ihn eröffnet wurde, weil er ein verfassungsfeindliches Symbol in der Öffentlichkeit gezeigt hat.

  2. #2
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    ja, echt ein beschämendes Verhalten von den Fans. Sowas sollte hart bestraft werden.
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  3. #3
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    joa miese sache sowas..
    Bin ich Schlaubischlumpf oder was???

  4. #4
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    Es tut sich zum Glück etwas:

    RASSISTISCHE ÜBERGRIFFE

    Fifa droht mit Zwangsabstieg

    Die rassistischen Anfeindungen gegen den Fußballspieler Adebowale Ogungbure ziehen weitere Kreise. Heute hat sich der Fußball-Weltverband zu den Vorkommnissen geäußert und harte Sanktionen angekündigt, sollten die Vereine nichts gegen fremdenfeindliche Vorfälle unternehmen.

    Leipzig - Fifa-Generalsekretär Urs Linsi verwies im Zusammenhang mit den Übergriffen auf den Spieler des Oberligisten Sachsen Leipzig auf den neuen Strafenkatalog des Verbandes hin, der auch in den unteren Spielklassen gilt. Danach drohen Vereinen Punktabzug, Platzsperren oder sogar der Zwangsabstieg.

    Linsi hat in dieser Woche einen Brief an alle Verbände verschickt, in dem er die Umsetzung der neuen Regel fordert. Als Zeitvorgabe gilt der 1. Juli. Anlass der Regelverschärfung waren vor allem rassistische Vorfälle in Spanien und Italien. "Aber natürlich werden wir auch darauf achten, dass so etwas in der vierten deutschen Liga bestraft wird", sagte Linsi dem "Tagesspiegel". Bislang waren Sanktionen gegen Rassismus von der Oberliga abwärts Sache der Landesverbände und nicht des DFB.

    Der nigerianische Stürmer Ogungbure war am vergangenen Samstag bei der Oberliga-Begegnung beim Halleschen FC von der Tribüne rassistisch beleidigt worden und hatte auf die permanenten Provokationen mit dem Hitlergruß reagiert. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Spieler wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole wurde inzwischen von der Staatsanwaltschaft Halle eingestellt, weil Ogungbures Verhalten als Protest und nicht als Verherrlichung einer verbotenen Organisation gewertet wurde.

    "Es war nicht das erste Mal, dass ich beschimpft wurde. Doch bislang habe ich mich auf mein Spiel konzentriert. So schlimm wie in Halle war es aber noch nie. Das tut weh", sagte Ogungbure. Furcht vor weiteren Übergriffen hat der 24-Jährige vor dem Heimspiel der Leipziger am Sonntag gegen Plauen nicht. "Ich kenne keine Angst. Ich habe immer versucht, gegen Rassismus zu kämpfen, und werde das auch weiterhin machen. Ich bin stolz, dass der Verein und unsere Fans dabei hinter mir stehen. Hier habe ich eine Familie gefunden", sagte der Nigerianer.

  5. #5
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    BFC Dynamo Berlin wäre da auch nen Verein den die in die Kreisliga schicken dürfen - Danke !
    „Politik ist nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr läßt.“

    Dieter Hildebrandt

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  6. #6
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    Also was in Leipzig da abgeht teilweise...omg
    3-4 Strassenbahnen werden da regelmässig der Sitzplätze entledigt wenn LOK spielt.

  7. #7
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    Owomoyela und DFB gehen gegen NPD vor

    Patrick Owomoyela und der Deutsche Fußball-Bund haben ein Strafverfahren gegen die NPD eingeleitet. Die Partei hat einen WM-Planer mit einem den Nationalspieler diffamierenden Schriftzug versehen.

    Nationalspieler Patrick Owomoyela von Werder Bremen und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gehen strafrechtlich gegen die NPD vor. Der Abwehrspieler hat über seinen Berliner Anwalt eine Einstweilige Verfügung gegen die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) erwirkt.

    Sie verbietet es der Partei unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro, die Titelseite eines WM-Planers mit einem Foto des Nationalspielers und einem diffamierenden Schriftzug zu versehen.
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  8. #8
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    Wieder hat sich ein trauriger Fall von Rechtsradikalismus im deutschen Fußball ereignet. Diesmal in Berlin.



    Ich finde sowas total fürn Arsch. Dass der Schiri da nicht eingegriffen hat und stattdessen sogar das Opfer bestrafte find ich sehr dreist und verantwortungslos. Ich würde ihm für immer die Lizens zum Pfeifen entziehen.
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  9. #9
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    Unmögliche Aktion vom Schiri :confused:
    Man sollte ihm die Lizenz entziehen,und ihm obendrauf noch eine überziehen.

  10. #10
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    Ist echt arm sowas.. das hat dann auch nichts mehr mit Fußball zu tun ...

    weg mit dem shiri !

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